100 Jahre Heeresfeldbahnwagen
Geschichte auf den Schienen des Landkreises Stade

Günter Krebs (v.li.), Bernd Suchier, Günter Dangers und Jan Reher vom Museumsverein kümmern sich mit viel Liebe um die Heeresfeldbahnwagen
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  • Günter Krebs (v.li.), Bernd Suchier, Günter Dangers und Jan Reher vom Museumsverein kümmern sich mit viel Liebe um die Heeresfeldbahnwagen
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jab. Deinste. In leuchtendem Grün strahlen die drei Heeresfeldbahnwagen in der Sonne auf dem Deinster Bahnhof, so als kämen sie direkt aus der Fabrik. Doch die drei Schmuckstücke des Deutschen Feld- und Kleinbahnmuseum in Deinste feiern bereits ihren 100. Geburtstag.

Die Mehrzweckwagen wurden noch nach einem Auftrag des deutschen Kaisers Wilhelm II. 1919 gebaut. Doch aufgrund von Materialknappheit wurden sie erst nach dem Krieg fertiggestellt. Probleme gab es auch mit der Stabilität. Dadurch, dass die Wagen wesentlich breiter als die Schienen waren, waren sie sehr windanfällig. Doch das konnte durch eine geänderte Konstruktion schließlich gelöst werden. Die Heeresfeldbahnwagen dienten neben dem Transport von bis zu drei Tonnen Material vor allem zur Personenbeförderung. In den Wagen fanden rund 22 Soldaten mit voller Ausrüstung auf den Holzbänken Platz. Durch die flexiblen Bänke ließ sich der Wagen auch in einen Lazarettwagen umbauen. So konnten acht Verletze auf ihren Tragen untergebracht werden. Bei solchen Krankentransporten war stets ausgebildetes Sanitätspersonal mit an Bord. Sogar eine "Trockentoilette" war in den Wagen vorhanden. Zum Heizen gab es damals wie heute Kanonenöfen.

Das Deutsche Feld- und Kleinbahnmuseum kam 1973 - sechs Jahre nach seiner Gründung in Holm-Seppensen - in den Besitz des ersten Wagens bzw. des Wagenkastens, die anderen folgten erst später. In der Haftanstalt in Glasmoor (Hamburg) wurden sie bis dahin als Verpflegungsbaracken für die Häftlinge, die im Moor Torf abbauen mussten, genutzt. Die passenden Fahrgestelle wurden von der 1978 stillgelegten Waldeisenbahn Muskau erworben und die Wagen schließlich in Deinste restauriert. In einem befindet sich sogar noch das Originalholz.

Genutzt werden die drei rustikalen Wagen heute für Ausfahrten, die regelmäßig vom Verein angeboten werden. Aber auch bei privaten Feiern sind sie sehr beliebt. Den Schaffner spielt dann häufig Günter Krebs, Mitglied des Museumsvereins, in seiner Uniform. Das fasziniert sowohl die kleinen als auch die großen Mitfahrer. Viele Ältere freuen sich, dass es die Wagen und die Loks noch gibt, so Krebs. "Auch die Kinder sind begeistert von den Fahrten. Aber es sind vor allem die Väter, die gern hierher kommen", ergänzt der Vereinsvorsitzende Jan Reher mit einem Augenzwinkern.

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