Betonrelief war früher im Sperrwerk integriert
Sturmflut-Stele soll zum Altländer Erinnerungsort werden
- Rathauschef Timo Gerke und Regionalmanagerin Anne Rosenfeld hoffen auf eine zügige Umsetzung des Projekts "Sturmflut-Stele"
- Foto: SG Lühe
- hochgeladen von Jörg Dammann
In der Samtgemeinde Lühe soll an die verheerende Sturmflut von 1962 erinnert werden - mit einer Stele. Diese Sturmflut-Stele gibt es bereits. Das Betonrelief war früher im Lühe-Sperrwerk verbaut. Es wurde nach dem Umbau des Sperrwerks vom Förderverein Lühe-Aue geborgen und lagert derzeit auf dem Gelände des Bauhofes in Sandhörn. Ziel ist es, die Stele an einer öffentlich zugänglichen Stelle aufzustellen und daraus einen Ort des Gedenkens zu machen. Entsprechende Initiativen gibt es bereits seit einigen Jahren, doch umgesetzt wurde bisher nichts. Nun will man aber Nägel mit Köpfen machen.
Das rund acht Meter hohe Denkmal wurde vom Buxtehuder Architekten Heinz Meyer-Bruck (1927 - 1997) gestaltet. Das in den 1960er Jahren erschaffene Betonrelief im architektonischen Stil des Brutalismus - das bedeutet sinngemäß "roher Beton" - erzählt von jener verhängnisvollen Nacht im Februar 1962, als das Unheil über die norddeutsche Küste hereinbrach und 340 Menschen den nassen Tod brachte. Die Stele zeigt u.a. den Meeresgott Neptun mit seinem Dreizack und umrankt von Wellen sowie Obstbäume, die das Alte Land symbolisieren.
Das Denkmal musste vor mehr als zehn Jahren dem Neubau eines Betriebsgebäudes am Sperrwerk weichen. Es wurde dabei in vier Teile zerlegt, um es leichter abtransportieren zu können. Jetzt ist geplant, das wuchtige Relief zum Herzstück eines neuen Erinnerungs- und Lernorts zu machen - inklusive pädagogischer Begleitung. Informationstafeln, digitale Elemente und eine barrierefreie Gestaltung sollen den Ort für Besucher aller Generationen erlebbar machen. Schließlich handele es sich um "ein bedeutendes Denkmal regionaler Geschichte", so die Projektbeschreibung.
Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Altes Land und Geestrand hatte einstimmig beschlossen, das Projekt als Fördermaßnahme im Rahmen des LEADER-Programms der EU aufzunehmen. Rund 65 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 120.000 Euro werden über LEADER finanziert. Weitere Mittel stellen u.a. Lühe-Aue-Verein und die Metropolregion Hamburg bereit. Mit der Umsetzung des Projekts "Erinnerungs- und Bildungsort Sturmflut-Stele" soll im ersten Quartal 2026 begonnen werden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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