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Glücklicher Törn für Traditionsgaststätte in Grünendeich

Einen positiven Blick in die Zukunft der "Schönen Aussicht" werfen Inge Massow-Oltermann und Peter Hauschildt
 
"Das muss ein Profi machen": Grünendeichs Bürgermeisterin Inge Massow-Oltermann (4.v.li.) mit dem Team von "Partiservice Hauschildt" (v.li.), Logistiker Ramazan Özdemir, Firmeninhaber Peter Hauschildt, Küchenchefin Evi Hauschildt und Eventmanagerin Nicole Wehmeyer

"Partiservice Hauschildt" aus Steinkirchen übernimmt den Betrieb "Zur Schönen Fernsicht" in Grünendeich / Gemeinde will Gaststätte nicht verkaufen

ab. Grünendeich.
Der Fluch scheint gebannt: Die Traditionsgaststätte "Zur Schönen Fernsicht" in Grünendeich, die allein in den vergangenen zwei Jahren drei verschiedene Betreiber hatte, wird jetzt von "Partiservice Hausschildt" aus Steinkirchen übernommen. Seit Freitag ist Peter Hauschildt offiziell der neue Pächter. Sein Konzept sieht jedoch anders aus als bei seinen Vorgängern. Welche Pläne er hat, verriet er bei einem Pressetermin in Grünendeich.

"Wir wollen eine große Sache in Angriff nehmen", verkündet Peter Hauschildt. Der Gastro-Betrieb hat nicht, wie bei den Vorgängern, täglich geöffnet. Es gibt einen "Veranstaltungs- und Schlemmerkalender", in dem genau steht, was in den Räumen der "Schönen Fernsicht" angeboten wird, darunter Brunch-Termine, Schnitzel- oder Spargelbuffet, Altländer Grützwurstessen oder ein original Altländer Hochzeitssuppen-Essen. Außerdem finden regelmäßig öffentliche kulturelle Veranstaltungen statt, beispielsweise Konzerte. "Die ersten drei Veranstaltungen wurden schon gebucht, bevor der Vertrag richtig abgewickelt war", sagt Hauschildt, der bereits seit 34 Jahren im Gastro-Geschäft tätig ist.

Und: Die Räume der "Schönen Fernsicht" können zum Feiern gemietet werden. 200 Gäste finden im großen Festsaal Platz, je 80 in den drei angrenzenden Club-#+räumen. Eine Kegelbahn gibt es auch.

Der Partiservice-Experte hat bereits Veranstaltungen für 5.000 Personen ausgerichtet. Ihm sei es bei der Pacht nicht nur um Geld gegangen, sondern auch "um Herzblut", sagt Hauschildt. Schon oft sei er in der Vergangenheit an der Gaststätte vorbeigefahren "mit Pipi in den Augen". Das alte Land brauche solche Räume, "etwas zum Feiern". Menschen aus dem Alten Land möchte er mit seinen Angeboten locken, Vereine gewinnen.
Wenn die Gemeinde auch Eigentümerin des Hauses bleibt: Den Veranstaltungskalender für den Gastro-Betrieb pflegt Peter Hauschildt. "Das war wohl immer missverständlich", ergänzt Grünendeichs Bürgermeisterin Inge Massow-Oltermann. "Die Gemeinde hat in die Veranstaltungstermine nie reingeredet und muss auch nicht vorher informiert werden." Hauschildt: "Das Licht darf hier nicht wieder ausgehen."

Und dieses Ansinnen ist durchaus berechtigt: Wie berichtet, gab es, seitdem die Gemeinde den Gasthof 1982 übernommen hat, einen stetigen Betreiberwechsel. Denn am Gastro-Betrieb in den großen Räumen der "Schönen Fernsicht" scheiterten viele Pächter. Der jüngste Versuch wurde von Andreas Bach unternommen: Erst im vergangenen März hatte der Gastronom den Betrieb übernommen, nach nur einem halben Jahr war schon wieder Schluss (das WOCHENBLATT berichtete). "Gemeinsam mit Andreas Bach hatten wir in einer Sitzung noch intensiv überlegt, wie der Betrieb zu retten ist." Es sei beeindruckend gewesen, zu sehen, wie sehr es alle wollten. "Wir wussten aber auch, dass es ein Profi machen muss." 

Der Gedanke zu verkaufen sei schon dagewesen, sagt Inge Massow-Oltermann. Doch die Gemeinde tat sich damit schwer, denn die "Schöne Fernsicht" hat einen Dorfgemeinschaftshaus-Charakter und eignet sich auch als einziges Gebäude für größere Feste. Außerdem habe die Gemeinde erst vor einigen Jahren noch einmal 1,2 Mio. Euro in die Sanierung investiert. Massow-Oltermann: "Jetzt wollen wir, dass der Betrieb dort wieder richtig läuft."