Kunst mit Haltung
Bildhauer Ulf Petersen bekommt Kulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg
- Inmitten seiner Kunst: Bildhauer Ulf Petersen
- Foto: Christina Opeldus
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Für seine Skulpturen, die bewegen, geht der Kulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg in diesem Jahr an den Bildhauer Ulf Petersen (67) aus Eyendorf. Die Jury würdigt sein vielseitiges Werk im öffentlichen Raum und hebt besonders die gesellschaftspolitische Aussagekraft seiner Arbeiten hervor. Der Preis in der Sparte Bildhauerei/Skulptur/Plastik wird mit 4.000 Euro von der Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude vergeben. Die feierliche Verleihung findet am Donnerstag, 13. November, um 18.30 Uhr in der Buchholzer Empore statt.
Elf Künstler aus dem Landkreis Harburg haben sich in der Sparte Bildhauerei für den „Blauen Löwen" beworben. Ulf Petersen gestaltet seit Jahrzehnten Skulpturen, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen – sichtbar und zugänglich für alle. „Ich verstehe mich als politischer Mensch und freue mich, dass meine Arbeiten zum Denken anregen“, erklärte Petersen einmal. "Der Kulturpreis ist eine tolle Anerkennung meiner Kunst", sagte er jetzt gegenüber dem WOCHENBLATT.
Als Enkel des Marinemalers Claus Wenskus kam Ulf Petersen früh mit Kunst in Berührung. Nach Jahren als Metallbaumeister in der Erwachsenenbildung gründete er 2010 die Kunstwerkstatt Eyendorf. Seit 14 Jahren ist er freischaffender Künstler und befasst sich mit Themen wie „Der Mensch und seine Haltung“ und „Natur und ihre Vergänglichkeit“. Mehrere Werke von Petersen sind dauerhaft zu sehen: In Hamburg-Wilhelmsburg steht seine „Interkulturelle Skulptur“, die er 2010 mit Bewohnern aus verschiedenen Kulturen entwickelte. In seinen Werken spiegelt sich eine große Bandbreite an Materialien, Techniken und Ausdrucksformen: etwa die Büste des Theologen Dietrich Bonhoeffer aus Glas oder die Skulptur „Nähe – Distanz – Sehnsucht“ aus Stahl, die zur Pandemiezeit entstand. 2024 erarbeitete Petersen mit Schülern der Brecht-Schule Hamburg das Mahnmal „Kinder vom Bullenhuser Damm“, das an die kurz vor Kriegsende von den Nationalsozialisten ermordeten 20 jüdischen Kinder erinnert. Für die Gedenkstätte am Bullenhuser Damm schuf Ulf Petersen in diesem Jahr ein weiteres Mahnmal, das mit dem der Brecht-Schule korrespondiert (das WOCHENBLATT berichtete). Aktuell arbeitet er an einem Mahnmal für den Frieden mit dem Titel "Versöhnung und Trauer“, das neben dem Kriegerdenkmal in Ashausen installiert werden soll.
Zur Preisverleihung in der Empore präsentiert sich Ulf Petersen vor dem Publikum. Die Veranstaltung wird organisiert von dem Freilichtmuseum am Kiekeberg in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Harburg.
Seit 2005 verleiht der Landkreis den „Blauen Löwen“ in wechselnden Sparten. Die Jury setzt sich aus Vertretern regionaler Kulturinstitutionen, der Sparkasse Harburg-Buxtehude, lokaler Medien und des Kreises zusammen. Mehr Infos unter kulturlandkreis-harburg.de.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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