Ulf Petersen hat Glas-Büste von Dietrich Bonhoeffer fertiggestellt
"Es ist alles gut gegangen"

Zwischen Glas- und Ton-Büste: Bildhauer und Maler Ulf Petersen in seinem Atelier mit den von ihm geschaffenen Porträts Dietrich Bonhoeffers   Fotos: ce
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ce. Eyendorf. "Es ist alles gut gegangen! Ich bin sehr zufrieden und freue mich, dass Bonhoeffer wieder 'zu Hause' ist." Das sagt der Bildhauer und Maler Ulf Petersen (60) aus Eyendorf, der jetzt eine beeindruckende Glas-Büste des bekannten Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945, "Von guten Mächten") schuf. Das 50 Zentimeter hohe und 50 Kilo schwere Abbild wurde von einem mit Petersen befreundeten Künstler in dessen großem Ofen geschmolzen, bevor es als fertiges Kunstwerk wieder zu seinem Schöpfer "nach Hause" kam.
"Der Mensch und seine Haltung" ist das Hauptthema im Schaffen von Ulf Petersen. Für Bonhoeffer als jüngstes Projekt hatte er sich auch deshalb entschieden, weil ihn dessen "Leben mit einem Widerspruch" sehr beeindruckte. "Als Christ hat er sich schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten zum Widerstand aufgestellt und war - dem Gebot 'Du sollst nicht töten' zum Trotz - der Ansicht, dass ein Tyrann wie Adolf Hitler getötet werden dürfe", so Petersen.
Mit Unterstützung der Lüneburger Glaskünstlerin Simone Fezer arbeitete Petersen gut drei Monate an der Büste. Sie wurde zunächst aus Tonmaterialien modelliert und in dieser Version kürzlich auf einer Tagung des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv) in Erfurt präsentiert, wo Ulf Petersen einen Workshop leitete (das WOCHENBLATT berichtete). Der Kontakt war über den Vize-Vereinsvorsitzenden Dr. Bernd Vogel aus Egestorf zustande gekommen. "Die Veranstalter waren schon vom Ton-Modell beeindruckt und nun von der Endversion begeistert", freut sich der Schöpfer gegenüber dem WOCHENBLATT. Die Glas-Büste konnte in Erfurt nicht präsentiert werden, da es beim Schmelzen der Figur im Ofen technische Komplikationen gegeben hatte.
"Für die Figur wurden jede Menge Glasstücke in eine Form mit den markanten Zügen von Bonhoeffer gepackt und dann bei bis zu 880 Grad geschmolzen", berichtet Petersen. Der kreative Brennvorgang und der sorgfältige Abkühlungsprozess, bei dem die Büste durch den heiß-kalten Wechsel keinen Schaden nehmen durfte, dauerte insgesamt fünf Wochen.
Der Bonhoeffer-Verein möchte die Glas-Kunst gerne erwerben und in einer Metropole an einem signifikanten Platz ausstellen. Ulf Petersen: "Das wäre für mich eine große Ehre und würde das Engagement Dietrich Bonhoeffers einmal mehr in den Blick der Öffentlichkeit stellen."
• Mehr Informationen bekommen Interessierte unter www.kunstwerkstatt-eyendorf.de und unter www.dietrich-bonhoeffer-verein.de.

Zwischen Glas- und Ton-Büste: Bildhauer und Maler Ulf Petersen in seinem Atelier mit den von ihm geschaffenen Porträts Dietrich Bonhoeffers   Fotos: ce
Mit den Vorlagen für die Büsten: Ulf Petersen zeigt Fotos von Bonhoeffer

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