Rotarier-Verein "Deckel drauf" beendet Sammelaktion gegen Kinderlähmung
Unsichere Erlös-Aussichten

Starkes Engagement für "Deckel drauf": Ende 2018 übergaben Mitglieder des Rotary Clubs Winsen die Sammelaktion an die Seevetaler Rotarier   Foto: Rolf Schriefer
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  • Starkes Engagement für "Deckel drauf": Ende 2018 übergaben Mitglieder des Rotary Clubs Winsen die Sammelaktion an die Seevetaler Rotarier Foto: Rolf Schriefer
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Winsen/Seevetal/Luhmühlen. Über 1.100 Tonnen Pastikdeckel gesammelt, Erlöse in Höhe von 270.000 Euro erreicht und etwa 3,315 Millionen Impfungen ermöglicht: Das ist die Bilanz des in ganz Deutschland aktiven Rotarier-Vereins "Deckel drauf", der sich seit fünf Jahren mit der Aktion "500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung" in der weltweiten Rotary-Initiative "End Polio Now" engagiert. Aus wirtschaftlichen und personellen Gründen, wird die Aktion, an der sich auch Rotarier aus dem Landkreis Harburg beteiligten, zum 30. Juni dieses Jahres eingestellt.
Bei der Aktion wurden recyclingfähige Kunststoffverschlüsse von Getränkeflaschen und Tetrapacks an zahlreichen Standorten in Behältern gesammelt. Die Plastikdeckel brachten etwa 300 Euro je Tonne, die die Recycling-Industrie als Abnehmer zahlte. Mit dem Verkauf der Verschlüsse wurden Polio-Impfungen finanziert. Diese waren vor allem notwendig in Afghanistan, Nigeria und Pakistan, wo Kinderlähmung über viele Jahre besonders häufig auftrat (das WOCHENBLATT berichtete).
Die Beendigung der Aktion begründet der Verein "Deckel drauf" unter anderem mit dem starken Anstieg der Marktpreise für sogenannte "Sekundärrohstoffe", wozu Plastikdeckel gehören. "Es kann daher nicht sichergestellt werden, dass wir auch in Zukunft die Erlöse erzielen, die erforderlich sind, um das Motto der Sammlung zu erfüllen", räumt der Verein ein. Zudem habe die EU bestimmt, dass in Zukunft die Deckel und Verschlüsse fest miteinander verbunden sein müssen, wodurch den Rotariern in absehbarer Zeit das Sammelmaterial ausgehe. Darüber hinaus sei das Projekt so erfolgreich und aufwendig geworden, dass es "von einer Handvoll Ehrenamtlicher in ihrer Freizeit nicht mehr ordentlich betrieben werden" könne.
Knapp zwölf Tonnen Plastikdeckel sammelte der Rotary Club Winsen in gut zwei Jahren. Diese Menge reichte aus, um etwa 12.000 Kinder gegen Kinderlähmung impfen zu lassen. Im April 2018 gaben die Winsener das Projekt an den Rotary Club Seevetal ab. "Wir haben es seitdem auf gut zwei Tonnen an Plastikverschlüssen gebracht", freut sich der dortige Deckel-Koordinator Jan Detjen.
Seit 2015 beteiligt sich Prof. Dr. Wilma Merkel (76) aus Luhmühlen, die dem Rotary-Club Lüneburg-Hanse angehört, an der Polio-Aktion. "An verschiedenen Stellen in Salzhausen und Umgebung haben wir gut vier Tonnen an Deckeln zusammengetragen. So konnten über 3.000 Impfungen finanziert werden", ist Merkel auch dankbar für die starke Unterstützung aus der Bevölkerung. Sie bedauert das Ende der Aktion, freut sich aber gleichzeitig über das auch durch die Initiative Erreichte: "Polio tritt heute zum Glück weltweit nur noch in Einzelfällen auf."
• Infos unter www.deckel-drauf-ev.de.

Starkes Engagement für "Deckel drauf": Ende 2018 übergaben Mitglieder des Rotary Clubs Winsen die Sammelaktion an die Seevetaler Rotarier   Foto: Rolf Schriefer
Engagiert sich im Rotary-Club Lüneburg-Hanse: Prof. Dr. Wilma Merkel aus Luhmühlen

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