Niedersachsen
Auch Gerichte im Bezirk stellen auf digitale Akten um
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Das Amtsgericht Lüneburg stellt seine Verfahrensabläufe auf die elektronische Akte um. Ab 1. Januar 2026 müssen alle Gerichte in Deutschland ihre Akten digital führen. Die elektronische Akte ist ein wesentlicher Schritt hin zu einer digitalen Justiz. Auch wenn es in der Umstellungsphase zu Verzögerungen kommen kann, arbeiten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Einsatz an der Digitalisierung der Justiz, versichert die Pressesprecherin des Amtsgerichts Lüneburg.
Die Gerichte haben schon eine Menge geschafft: Seit dem vergangenen Jahr arbeitet in Lüneburg die Zivilabteilung digital, die Familienabteilung folgte im Februar, die Betreuungsabteilung im Juni 2025. Bis zum Jahresende sollen nun auch das Nachlass- und Vollstreckungsgericht sowie die Strafabteilung vollständig auf die digitalen Akten umgestellt sein.
Mit der Frage, wie eine moderne, effiziente, transparente und vor allem bürgernahe Justiz im digitalen Zeitalter gestaltet werden kann, beschäftigen sich viele Menschen in den Gerichten schon lange. Dazu bekennt sich auch die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag. Dieser greift etwa Vorschläge auf, die eine Expertengruppe, u.a. unter Federführung des Oberlandesgerichts Celle, zu dessen Bezirk das Amtsgericht Lüneburg gehört, erarbeitet hat. So soll in Zukunft für alle Anliegen eine digitale Antragstellung ermöglicht werden. Für bestimmte Fälle sollen dann auch reine Online-Verfahren angeboten werden.
Von Papier und Stempel hin zu einer digitalen Justiz
Zunächst müssen jedoch die Papierakten ins digitale Zeitalter überführt werden. Das ist kein einfacher Weg: Die Amtsgerichte in ihrer heutigen Form bestehen seit dem Jahr 1879 - und schon immer wurden die Verfahren in Papierform geführt. Stift, Papier und Stempelkissen gehörten viele Jahrzehnte zum festen Bestandteil der gerichtlichen Arbeitswelt. Der Systemwechsel ist also eine enorme Umstellung. Das zeigt auch der Umfang des Papierbestands: In den Abteilungen der Amtsgerichte werden zurzeit noch hunderte, teils tausende Papierakten bearbeitet.
Der Direktor des Amtsgerichts Lüneburg, Dietmar Hogrefe, bittet deshalb um Verständnis, falls es während dieser Übergangsphase zu Verzögerungen kommt. Gleichwohl sei der Weg alternativlos: „Uns allen ist klar, dass die Zukunft der Justiz digital sein wird – und daran arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade mit großem Einsatz“, sagt Herr Hogrefe. Das Wichtigste werde sich mit den digitalen Akten aber nicht ändern: „Entscheiden werden hier weiterhin Menschen!“
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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