Junger Wolf auf der B75 getötet

Dieser Wolfswelpe wurde auf der B75 
nahe Königsmoor überfahren
  • Dieser Wolfswelpe wurde auf der B75
    nahe Königsmoor überfahren
  • Foto: Blohm
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

(bim). Unmittelbar hinter der Landkreisgrenze in Königsmoor bei Stemmen wurde am Mittwoch ein junger Wolf im Straßenverkehr getötet. Die dortigen Anwohner sind besorgt. "Irgendwie wird einem da doch ein bisschen mulmig, wir haben hier ja nicht so viele Nachbarn und sind auf weiter Flur meist alleine unterwegs", sagt Anwohnerin Claudia Blohm. Das WOCHENBLATT fragte bei der Landesjägerschaft nach, wie viele Wölfe es derzeit in der Region gibt und wie man sich in Wolfsnähe verhalten sollte.
"Der Fundort des Wolfes liegt im Territorium des Rudels 'Scheeßel'. Es ist noch unklar, ob es sich bei dem toten Wolf um einen Wolfswelpen aus diesem Rudel handelt", teilt Lisa Leschinski, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Landesjägerschaft Niedersachsen, mit.
Zuvor war im Landkreis Harburg erstmals im April auf der A1 bei Rade ein Wolf überfahren worden.
Im Jahr 2012 gab es in Niedersachsen das erste Wolfsrudel in der Heide bei Munster. Aktuell (Stand September 2019) gibt es landesweit 24 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und einen residenten Einzelwolf. Neben dem Rudel „Scheeßel“ gibt es im Bereich des Landkreises Harburg die Rudel „Schneverdingen“ und „Garlstorf“.
Für die Themen Nutztierrisse und Herdenschutz ist das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zuständig.
Nachweislich von Wölfen getötet wurden seit Anfang 2017 insgesamt zwölf Schafe in Handeloh-Wörme, Harmstorf, Hanstedt, Ashausen und Dohren, vier Schafe wurden verletzt.
Übergriffe von Wölfen auf Menschen in Europa wurden laut dem Flyer "Wölfen auf der Spur" in den vergangenen 60 Jahren zwar neun tödliche glaubhaft dokumentiert, diese gingen aber auf tollwutkranke Tiere oder auf vom Menschen angefütterte Wölfe zurück.
Wie soll ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne? Antworten darauf gibt der Flyer:
• Generell gilt: Verhalten Sie sich ruhig und besonnen.
• Wenn Sie sich unwohl fühlen, ziehen Sie sich langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf, zurück.
• Geben Sie dem Wolf die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Besonders junge Wölfe flüchten nicht immer sofort, sie sind zwar scheu, doch zunächst eher neugierig.
• Füttern Sie Wölfe auf gar keinen Fall, dies könnte zu einer Konditionierung führen!
• Sollte sich der Wolf nähern, machen Sie Lärm oder bewerfen Sie ihn mit Gegenständen.
Den Flyer gibt es unter www.wolfsmonitoring.com (> Öffentlichkeitsarbeit > Info-Material).
In "Wolfsgebieten" sollten Hunde immer in Rufweite sein und auf Zuruf gehorchen.
Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) ist für das Wolfsmonitoring in Niedersachsen zuständig. Um die Verbreitung der Wölfe genau zu dokumentieren, bittet sie die Bürger, alle Sichtungen auf www.wolfsmonitoring.com zu melden. Für Fragen und Informationen steht die Landesjägerschaft zur Verfügung unter Tel. 0511 53043-18, E-Mail: wolf@ljn.de.
Eine Liste der Wolfsberater ist zu finden unter www.nlwkn.niedersachsen.de (> Wolfsberater).

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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