Die Gelben Säcke türmen sich weiter

Wenn sich die Gelben Säcke stapeln, ist das kein schöner Anblick
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Duales System Deutschland beruft sich auf eine 1992 getroffene Vereinbarung

(bim). Alle vier Wochen werden im Landkreis Harburg die Gelben Säcke abgeholt. Je größer die Familie, desto höher stapeln sich bis dahin die unansehnlichen Berge. Werden sie draußen gelagert, muss man befürchten, dass Katzen oder Nager die Beutel aufreißen und den Inhalt überall verteilen. An die Straße gelegt, können sie bei Sturm herumgewirbelt und ebenfalls beschädigt werden. Doch warum gibt es etwa in Hamburg für Verpackungsmüll eine Tonne und im Landkreis Harburg nicht? Das WOCHENBLATT fragte nach.
Ob Tonne oder Sack zum Einsatz kommen, vereinbart das duale System Deutschland mit der jeweiligen Kommune. Und im Landkreis Harburg laute diese, den Gelben Sack einzusetzen, sagt Norbert Völl, Sprecher der Duales System Deutschland (DSD) GmbH. Nur bei größeren Wohnanalgen würden für Verpackungsmüll Container eingesetzt. Ansonsten gebe es keine Ausnahmen. Kostenmäßig gibt es keine Unterschiede: Sowohl Gelbe Säcke als auch Gelbe Tonnen seien für die Kommune und die Bürger kostenlos und würden vom dualen System gestellt.
Die Vereinbarung, den Gelben Sack im Landkreis Harburg einzusetzen, stammt bereits aus dem Jahr 1992. Damals hätten die Bürger mehrheitlich keine weitere Tonne gewünscht, so Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Erst in den vergangenen Jahren hätten Bürger vermehrt nach Gelben Tonnen gefragt. Doch flächendeckend auf die Gelbe Tonne umzustellen, müsse durch die dualen Systeme erfolgen und finanziert werden.
Dass die dualen Systeme viel Geld in die Hand nehmen, um im Landkreis von Sack auf Tonne umzustellen, ist wohl nicht zu erwarten. Ein Lichtblick könnte die Wertstofftonne sein, die seit einigen Jahren auf Bundesebene politisch diskutiert wird und eigentlich bereits 2015 flächendeckend eingeführt werden sollte. Darin können dann nicht nur Verpackungen, sondern auch alle anderen Abfälle aus Kunststoff oder Metall entsorgt werden, beispielsweise auch ausrangierte Töpfe oder Schaumstoff.
Doch bei den Beratungen über die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes hatte der Bundesrat den Zwang zur Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne abgelehnt.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will nun im Herbst einen neuen Vorschlag vorlegen. Wann die Wertstofftonne dann eingeführt wird, dafür gebe es keinen Zeitplan, so Nicole Scharfschwerdt von der Pressestelle des Bundesumweltministeriums. Im Koalitonsvertrag sei nur vereinbart, dass es während der laufenden Legislaturperiode geschehen soll.
Vorreiter ist hier die Stadt Hamburg, die gemeinsam mit dem dualen System die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne erweitert hat. Die Kosten für die Wertstoffe, die zusätzlich zu den Verpackungen darin eingesammelt werden, übernimmt die Stadt. Für den Gebührenzahler kann das von Vorteil sein, da dadurch weniger Restmüll beseitigt werden muss.

Landkreis ist nicht zuständig

Die Einsammlung und Verwertung der Verkaufsverpackungen wird nicht vom Landkreis Harburg, sondern von den dualen Systemen organisiert. Vertreiber von verpackten Waren entrichten pro in Verkehr gebrachter Verpackung ein gewisses Lizenzentgelt an ein duales System. Aus diesen Lizenzentgelten wird die Einsammlung und Verwertung von Verkaufsverpackungen finanziert. Der Landkreis Harburg informiert lediglich über die Leistungen der Duales System Deutschland GmbH, einen Einfluss auf die Ausgestaltung der Leistung, ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Entsorgungsunternehmens oder eine Weisungsbefugnis gegenüber dem Entsorgungsunternehmen hat der Landkreis nicht.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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