Volker Schöbel ist ein versierter "Holzwurm"

Volker Schöbel legt letzte Hand an die Hamburger Skyline
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bim. Tostedt. „Ich habe nicht geglaubt, dass ich als Rentner so glücklich und zufrieden sein kann“, sagt Volker Schöbel (73). Wenn er zu Säge, Bohrer und Schleifmaschine greift, ist er in seinem Element. Die Schwibbögen - wunderschöne hölzerne, beleuchtete Bögen mit Motiven wie Kirchen oder Häusern, die er nach Original-Vorlagen fertigt und die sehr begehrt sind, haben ihn in der Region als versierten „Holzwurm“ bekannt gemacht. Jetzt hat der Tostedter sein „Meisterstück“ vollendet: eine 1,60 Meter hohe Weihnachtspyramide, die sich per Motor-Antrieb dreht und beleuchtet ist.
„Das war ein bisschen knifflig. Da habe ich eine Woche lang gedanklich geknobelt, wie ich die zehn Meter lange Lichterkette auf vier Stockwerke verteile“, sagt Volker Schöbel zu der Pyramide, die er in zweieinhalb Monaten für einen Freund aus Hamburg baute.
Auch die Tostedter Kirche, die Scheeßeler Kirche neben dem Blaudruckspeicher, die Hamburger Skyline oder Ansichten von Köln und Dresden hat Volker Schöbel in Birkensperrholz für die Schwibbögen verewigt - alles in filigraner Handarbeit mit der Laubsäge und kleinen Bohrern gefertigt. „Ich brauche nur ein Maß, dann baue ich den Rest“, erklärt der gelernte Feinmechaniker im Schiffsmodellbau, der die passenden Proportionen gleich vor Augen hat.
Seine Frau Bärbel drückt gerne ein Auge zu, wenn der kreative „Bastler“ für seine größeren Werke mal mehr Platz in der Wohnung beansprucht. Vor 25 Jahren baute Volker Schöbel seine erste Weihnachtspyramide. Nach einer gut überstandenen Krebs-Operation nahm er sich vor sieben Jahren neuen und vielfältigen Herausforderungen bei Holzarbeiten und filigranen Schnitzarbeiten an. Sein Können hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda herumgesprochen. Als zum Reformationsjubiläum eine Luther-Figur für die Hollenstedter Kirche benötigt wurde, wandte sich der Hollenstedter Pastor Fulko Steinhausen an ihn. Auch dabei wusste sich der kreative Holzwerker Schöbel zu helfen: „Ein Nachbar vergrößerte mir ein Luther-Bild. Das habe ich abgepaust, auf Holz gelegt und die Konturen der Figur ausgesägt“, erläutert der Künstler zu dem ca. 1,65 Meter hohen Standbild. Damit das „Leichtgewicht“ nicht umkippt, erhielt es auch noch einen Sockel mit einer halben Gehwegplatte. 
Volker Schöbels absolute Renner sind derzeit aber die kleinen Garagen mit Schindeldach, die er für die Besitzer von Mäh-Robotern baut.
Gewinn machen will der Tostedter mit seinen Kunstwerken nicht. Er lässt sich das Material bezahlen. Und wenn Geld übrig bleibt, investiert er in neue Maschinen. „Ich mache das gerne. Wenn ich die leuchtenden Augen der Menschen sehe, denen ich mit meiner Begabung eine Freude bereiten kann, ist das für mich Lohn genug“, sagt er.
Körperlich fit hält sich der 73-Jährige durch Joggen - alleine oder mit der Laufgruppe des Todtglüsinger Sportvereins. „So laufe ich 750 Kilometer im Jahr“, berichtet er.
„Großen Spaß macht es mir, alte Schwibbögen, Weihnachtspyramiden und geschnitzte Figuren zu restaurieren“, sagt Schöbel. Wer entsprechende „Aufträge“ für ihn hat, schreibt eine E-Mail an: volker.schoebel@ewetel.net.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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