Silvester
"Böllerverbot zum Wohle aller Tiere"

Pferdehalter Marco Warstat setzt sich für ein Böllerverbot rund um Tierweiden ein
  • Pferdehalter Marco Warstat setzt sich für ein Böllerverbot rund um Tierweiden ein
  • Foto: Anja Warstat
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

(bim). Neben dem Reetdachhaus von Rose Marie Goetze aus Otter ging in der Silvesternacht nicht nur eine unter das Sprengstoffgesetz fallende Notsignal-Fallschirmraktete nieder, sondern sogar drei, wie sie dem WOCHENBLATT nach zwei weiteren Fallschirmfunden inzwischen berichtet. Ein solches Seenotsignal sei auch zwei Meter vor dem Fenster ihres Hauses in Buchholz "gelandet", berichtet eine 82-Jährige. "Ich dachte, das Haus explodiert", erklärt sie. Nach dem vielfachen Ärger über die jüngste Silvesterknallerei hat der Buchholzer Hobby-Imker und Pferdehalter Marco Warstat nun eine Petition für eine Ausweitung des Böllerverbots auf allen Gebieten mit Weidetierhaltung und rund um Zoos an Bundesumweltministerin Svenja Schulze gestartet.
"Unsere Initiative ruft dazu auf, ein Böllerverbot auch in der Nähe von Reitställen und Pferdeweiden zu etablieren und die gesetzlich bereits bestehenden Verbote besser durchzusetzen. Unsere Initiative möchte eine möglichst große Welle und eine größtmögliche Ausweitung des Böllerverbots zum Wohle aller Tiere und des Klimas erreichen." Und: "Aus traurigem Anlass, das Böllerverbot selbstverständlich auch rund um Zoos, Tierparks und Tierheime auszuweiten", schreibt Warstat zu dem schrecklichen Brand im Affenhaus Krefelder Zoo, den eine Himmelslaterne ausgelöst haben soll, in seiner Begründung.
Laut dem Bundessprengstoffgesetz herrscht ein allgemeines Zündverbot, das auch Silvester miteinschließt, in der Nähe von Kirchen, Alten- und Kinderheimen sowie Krankenhäusern, Fachwerk- und denkmalgeschützten Häusern.
"Während viele Menschen dem knallenden Silvesterfeuerwerk gerne zuschauen, sehen viele Weidetierhalter der Knallerei an Silvester mit Sorge entgegen, denn z.B. Pferde sind Fluchttiere. Silvester werden daher besonders Pferde durch das Silvester-Feuerwerk in Stress, Angst und in Panik versetzt. Es kann zu lebensgefährlichen Koliken kommen, aber auch, wenn die Pferde in Panik geraten, zu schweren Unfällen bis hin zum Tod."
Gleißende Lichtblitze und ohrenbetäubender Lärm fügen laut dem Naturschutzbund (NABU) auch der Vogelwelt enormen Schaden zu. Vögel fliegen in Panik vor Fensterscheiben, Zugvögel können nachts ihre Orientierung verlieren. Und auch Wildtiere könnten in Panik geraten und in ihrer Not auf die Straßen und vor Autos springen, womit sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das von Menschen in Gefahr bringen, so Warstat weiter.
"Wenn Sie selbst Hunde, Katzen oder Pferde haben, die Sie angsterfüllt, mit weit aufgerissenen Augen ansehen, sich in die hintersten Winkel verkriechen oder bis zur Erschöpfung panisch über die Weide laufen, wissen Sie sicher, wovon wir sprechen. Das tut man Tieren einfach nicht an!"
• Zur Petition geht es unter www.change.org/boellerverbot-weidetierhaltung. Anregung an die Stadt Buchholz Marco Warstat hat in einem Schreiben an die Stadt Buchholz angeregt, in Buchholz zu Silvester ein zentrales, musikalisch untermaltes Silvesterfeuerwerk zu veranstalten - und im Gegenzug die Einstellung aller privaten Feuerwerke ab 2020/21 zu beschließen.
"Feuerwerk ist ein antiquierter Brauch, der aus dem Ruder läuft und eine unnütze Gefahr für uns alle, Mensch wie Umwelt, ist", so Warstat.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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