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Katzenplage: Apensen ist auf dem richtigen Weg

Dr. Gesche Schulz-Stechmann hält das neue Gesetz für sinnvoll
Mit einer Spende über 600 Euro honoriert der Tierschutz Stade e.V.das Engagement der Samtgemeinde Apensen: Als erste Kommune im Landkreis hat Apensen im Oktober eine Satzung beschlossen, nach der Katzenhalter ihre frei laufenden Samtpfoten kastrieren und kennzeichnen lassen müssen. Damit soll der drohenden Katzenschwemme Einhalt geboten werden. "Wenn wir nicht handeln, drohen uns bald spanische Verhältnisse", sagt Beatrix Elss vom Tierschutz Stade.
Auch die Apenser Tierärztin Dr. Gesche Schulz-Stechmann, die im Auftrag der Gemeinde seit Oktober mehr als 20 freilebende Katzen kastriert hat, begrüßt das neue Gesetz. "Die meisten Katzenhalter sind zwar veranwortungsbewusst und haben ihre Tiere schon vor dem Gesetz kastrieren lassen", sagt die Tierärztin. Die Kennzeichnungspflicht erleichtere jetzt aber, entlaufene Tiere ihrem Besitzer zurück zu geben. "Viele glauben, dass Katzen den Weg nach Hause immer wieder finden", so Dr. Schulz-Stechmann. "Das ist jedoch ein Irrtum." Was viele Tierliebhaber außerdem nicht wissen, ist, dass sie für herrenlose Katzen verantwortlich sind, wenn sie sie füttern, aber nicht als Fundtiere melden. "Nur wenige Menschen bringen es über das Herz, eine hungernde Katze zu ignorieren", sagt die Tierärztin. Laut Beatrix von Elss ist man laut Tierschutzgesetz sogar dazu verpflichtet, dem Tier zu helfen. Man muss es aber melden, wenn man nicht zum Eigentümer werden will.
Das Problem, das hinter der Fütterung frei lebender Katzen steckt: Auch die hiesigen wildlebenden Katzen sind Hauskatzen, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind. Sie bleiben dort, wo es Futter gibt und vermehren sich ungehindert weiter. So kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einer Katzenschwemme wie in Apensen am Schulsteig, wo mittlerweile 21 Katzen leben. Durch die Kastration der Tiere und die Einrichtung einer offiziellen Futterstelle hat die Samtgemeinde Apensen die Situation jetzt unter Kontrolle gebracht. "Es nützt nichts, die Tiere zu verjagen oder - wie früher - zu töten", sagt Tanja von der Bey vom Ordnungsamt. "Die Erfahrung zeigt, dass freie Plätze wieder besetzt werden. Nur die Kastration bringt langfristig Erfolge."