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(Vorerst) kein eigenes Konzept: Apenser Ratsmehrheit lehnt SPD-Vorstoß ab

Wie stellt sich Apensen für die Zukunft auf? Darüber berieten jetzt die Politiker Foto: jd
jd. Apensen. Die Gemeinde Apensen wird (vorerst) nicht mit einem eigenen Konzept für die Zukunft planen. Der Rat lehnte jetzt den Antrag der SPD ab, ein Gutachten zu den Entwicklungspotenzialen und -zielen des rund 3.800 Einwohner zählenden Ortes zu erstellen. Beschlossen wurde stattdessen der Vorschlag von CDU und Freier Wählergemeinschaft (FWG), zunächst bei der Samtgemeinde den Antrag zu stellen, das bestehende Entwicklungskonzept zu aktualisieren und bei Bedarf zu erweitern. Erst wenn der Samtgemeinderat abwinkt, soll Apensen im Alleingang eine neue Untersuchung in Auftrag geben.

Die CDU begründet ihre ablehnende Haltung zum SPD-Vorstoß vor allem mit der ungeklärten Kostenfrage. Er mahne zur Vorsicht, erklärte CDU-Fraktionschef Markus Löhden: "Wir können nicht ein Gutachten auf den Weg bringen, ohne vorher die Kosten zu ermitteln." Mit den in den Haushalt eingestellten 10.000 Euro sei es sicher nicht getan. Zudem sieht die CDU nicht die zwingende Notwendigkeit, große Pläne zu schmieden. "Wir sollten erst mal die bestehenden Ressourcen im Ort nutzen", meinte Löhden. Als Beispiel nannte er das angeblich geplante TSV-Vereinsheim: "Die Vorsitzende des TSV hat mir erklärt, dass der Verein lediglich Ankleiden und Sanitärräume benötigt." Von einem Clubheim sei keine Rede.

Auch Oliver Bülte, der die FWG-Fraktion anführt, sieht zunächst die Samtgemeinde gefordert. Eine Aktualisierung des bestehenden Gutachtens könne aber nur der erste Schritt sein. Bülte nimmt sich Harsefeld zum Vorbild: "Die FWG hatte von Beginn an das Ziel, auf Samtgemeinde-Ebene eine Studie erstellen zu lassen, wie in Harsefeld." Im Apenser Gutachten seien wichtige Bereiche wie Wirtschaft, Verkehr, Vereine, Infrastruktur, soziale Strukturen usw. nicht oder nur bedingt betrachtet worden. Ziehe die Samtgemeinde nicht mit, sollte ein Experte von außerhalb einen "Helikopterblick" nur auf Apensen richten und seine Erkenntnisse in ein Zukunftspapier einfließen lassen.

Die SPD hingegen will das Thema schnell bearbeitet wissen: "Wir möchten die Sache schnell voranbringen" sagte Dr. Meik Lange: "Das Erstellen solch einer Analyse kostet schließlich Zeit." Mögliche Themenfelder aus Sicht der SPD sind etwa der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses oder eine Verbesserung des gastronomischen Angebotes. Überlasse man das Konzept der Samtgemeinde, hätte Apensen keinen Einfluss mehr auf die Themenfelder, gab Lange zu Bedenken.

• Harsche Kritik übte Stefan Reigber von der UWA (unabhängige Wähler): Dass die CDU Einwände habe, überrasche ihn nicht: "In Apensen plätschern wir seit Jahren vor uns hin." Er warf den Christdemokraten Klientelpolitik vor: "Da wird eine sechsstelliger Betrag für das Schützenhaus befürwortet, ohne mit der Wimper zu zucken." Doch bei solch einem wichtigen Konzept frage die CDU erst nach dem Preis.