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"Der ganze Garten hat gezuckt"

Der Einsatz von Eva-Maria Stiehl beschränkt sich derzeit auf Krisenmanagement
os. Buchholz. „Die Bienenhaltung wird immer schwieriger. Viele Hobby-Imker geben auf.“ Das sagt Eva-Maria Stiehl (63), Vorstandsmitglied des Imkervereins Buchholz. Auch sie blickt auf ein schwieriges Imkerjahr zurück. Negativer Höhepunkt: Sechs ihrer Bienenvölker mit Zehntausenden Tieren wurden im August vergiftet. Sie hatten die Insektizide Fipronil und Spinosad gefressen, die Unbekannte in Buchholz ausgebracht hatten. Das haben umfangreiche Untersuchungen am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig ergeben. „Das war ein fieses Sterben. Die Tiere haben sich stundenlang furchtbar gequält!“, berichtet die Imkerin, die nicht mit einem Bild in die Zeitung wollte. "Der ganze Garten hat gezuckt!" Eva-Maria Stiehl hat durch den Verlust ihrer Völker einen wirtschaftlichen Schaden von Höhe von rund 1.200 bis 1.500 Euro erlitten.
Durch den feuchten Sommer war zudem die Honigernte in diesem Jahr sehr bescheiden. Können Imker bei einem sogenannten „Wirtschaftsvolk“ in normalen Sommern zwischen 20 und 30 Kilogramm Honig ernten, war es in diesem Jahr nur „Kleckerkram“, berichtet Eva-Maria Stiehl. „Die Bienen haben kaum Reserven angelegt, da sie das meiste schon auf dem Flug als Nahrung benötigten“, so die Imkerin.
Sorgen bereitet den Bienenfreunden auch die Ausbreitung der Faulbrut (bakterielle Erkrankung der Brut, d. Red.) vor allem im Landkreis Harburg. Mehrere Sperrbezirke sind bereits eingerichtet worden, derzeit wird geprüft, ob auch Buchholz betroffen ist.
Die Probleme sind tragisch, da die Wichtigkeit der Biene in der Natur unbestritten ist. „Bienen haben heute in der Bevölkerung eine andere Wertigkeit als früher“, sagt Eva-Maria Stiehl. Gerade im Alten Land sind die Insekten in der Obstblüte unverzichtbar, doch auch in ihrer direkten Nachbarschaft hat die Imkerin Veränderungen festgestellt: „Seit ich Bienen habe, tragen bei meinen Nachbarn und bei mir viel mehr Bäume Früchte.“
Auch deshalb will sich Eva-Maria Stiehl trotz der Widrigkeiten weiter in der Imkerei engagieren. Sie hat sich neue Bienenvölker zugelegt, u.a. zwei neue Königinnen gekauft. Sie hofft, dass die Vergiftung ihrer Völker ein einmaliges Ereignis bleibt: „Ich befürchte aber, dass es wieder geschehen kann, wenn jemand noch Reserven von Fipronil hat und diese erneut einsetzt.“ Ihr Appell an alle: „Geben Sie die Insektizide ab!“

Abgabe an Sammelstellen


Seit 2014 darf mit Fipronil behandeltes Saatgut nicht mehr verwendet werden. Ausgenommen ist Saatgut zum Anbau in Gewächshäusern. Wer Insektizide hat und diese abgeben möchte, kann das im Landkreis Harburg in der Müllumschlagsanlage in Nenndorf sowie auf dem Kompostplatz in Drage tun. Im Landkreis Stade kann das Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) in Stade-Süd angefahren werden. Zudem sind in beiden Landkreis mehrfach im Jahr „Schadstoff-Mobile“ unterwegs. Termine unter www.landkreis-harburg.de sowie www.landkreis-stade.de.