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Jordan-Fläche: Die Belegung beginnt

Hier ziehen in Kürze Flüchtlinge und Sozialhilfe-Empfänger ein
 
Ob das passt? Hier sollen später weitere Parkplätze entstehen

Neben Flüchtlingen ziehen auch Sozialhilfe-Empfänger in die Mitte von Buchholz

os. Buchholz. Am gestrigen Dienstag sollte die Abnahme stattfinden, in Kürze ziehen die ersten Bewohner ein: Der Bau der umstrittenen Unterkunft auf der Jordan-Fläche im Herzen der Stadt Buchholz ist weitgehend abgeschlossen, der Mietvertrag zwischen dem Landkreis Harburg und Investor Holger Cassens ist seit Anfang Mai in Kraft, am 15. Mai soll mit der Belegung der Wohnungen begonnen werden. Neben Flüchtlingen ziehen auch Deutsche, die einen sogenannten Wohnberechtigungsschein nach Paragraph 5 haben, auf die 2.200-Quadratmeter-Fläche in Sichtweite des Buchholzer Rathauses.
Wie berichtet, hatte es im Vorfeld der Fertigstellung neben großem Lob für das Projekt auch deutliche Kritik gegeben. Vor allem die Eile, mit der die Planung ohne ausführliche Diskussion in der Politik durchgezogen wurde, stieß auf. Bis heute bleibt schleierhaft, warum das Bauprojekt an zentraler Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben wurde, warum das zentral gelegene Areal im Herzen von Buchholz für die relativ geringe Summe von rund 1,2 Mio. Euro an Investor Holger Cassens verkauft wurde und warum die Stadt den Kanalanschluss in der Steinstraße für rd. 200.000 Euro übernimmt und nicht der Investor. Dadurch sinkt de facto der Kaufpreis unter das Niveau, für das die Stadt das Grundstück 2003 erwarb. Damals hatte die Stadt 520 Euro pro Quadratmeter bezahlt, Cassens zahlte 566 Euro pro Qua­dratmeter.
Ebenfalls Fragezeichen stehen hinter der Ausweisung der Parkflächen. Im ersten Schritt musste Cassens nur 14 von 25 Parkplätzen erstellen. „Wir sind davon ausgegangen, dass auf der Jordan-Fläche vor allem Flüchtlinge einziehen, die noch nicht über ein Auto verfügen“, erklärt Stadtsprecher Heinrich Helms. Deshalb habe man eine Abweichung zugelassen und noch nicht alle Stellplätze eingefordert. Die restlichen elf Parkplätze seien allerdings auf dem Areal nachgewiesen und würden bei Bedarf umgesetzt. „Wir werden genau darauf achten“, versprach Helms.
In den Neubauten wurden 25 Wohneinheiten mit insgesamt 61 Zimmern geschaffen. Es gibt drei Einzimmer-, zwölf Zweizimmer-, sechs Dreizimmer- und vier Vierzimmer-Wohnungen. Im ersten Schritt sollen bis Ende Juni 90 Personen an die Steinstraße ziehen. In elf Wohnungen ziehen Flüchtlinge, die ihre Anerkennung zum Verbleib in Deutschland bereits haben bzw. bei denen diese sehr wahrscheinlich ist. Der Großteil der Flüchtlinge zieht aus anderen Unterkünften in Buchholz auf die Jordan-Fläche. Bei der Auswahl stimmten sich das Buchholzer Bündnis für Flüchtlinge und die Sozialarbeiter von Diakonie und Human Care ab. Zwei weitere Flüchtlings-Familien hat der Landkreis Harburg benannt, sie ziehen aus Handeloh nach Buchholz. Acht Wohnungen sollen von der Stadt Buchholz mit Sozialhilfeempfängern besetzt werden, zu einem späteren Zeitpunkt sollen Wohngruppen mit unbegleiteten Jugendlichen gebildet werden. Die Bewohner werden vor Ort von Sozialarbeitern betreut, ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr anwesend.
Wilfried Bolte, Vorsitzender des Bündnis für Flüchtlinge, sagt: „Damit ist in Buchholz ein außergewöhnliches Sozialprojekt mit dem Landkreis umgesetzt worden.“ Es gebe zumindest etwas Entlastung in dem angespannten Segment des schwierigen Wohnungsmarktes in Buchholz.