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Neues Logo als Akt laufender Verwaltung

Das neue Logo der Stadt Buchholz

Oder: Sollten wichtige Entscheidungen grundsätzlich vom Stadtrat abgesegnet werden?

os. Buchholz. Wer zuletzt offizielle Mitteilungen der Stadt Buchholz gesehen hat, dem wird es vielleicht aufgefallen sein: Die Stadt hat sich vor Kurzem ein neues Logo gegönnt. Kosten: rund 3.000 Euro. Der Rat wurde nicht in die Entscheidung einbezogen, das Projekt vielmehr als Akt der laufenden Verwaltung gesehen. „Wir fanden es in Ordnung, den Rat nicht zu beteiligen“, sagt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. „Sonst wäre es noch teurer geworden, weil wir bei 39 Ratsmitgliedern 39 Meinungen bekommen hätten.“
Man habe das Logo lediglich leicht angepasst, betont Röhse: „Bei einem Auto würde man sagen: Das war ein Facelift.“ Warum eine „leichte Anpassung“ 3.000 Euro kosten und dafür eine externe Agentur tätig werden muss, verriet das Stadtoberhaupt nicht. Es sei an der Zeit gewesen, das Stadtlogo zu modernisieren. Tatsächlich? Erst 2006 wurde das bisherige Logo mit dem geschwungenen Dach unter dem damaligen Bürgermeister Norbert Stein eingeführt.
Der Rat nahm Röhses Ankündigung, das neue Logo einzuführen, erstaunlich emotionslos zu Kenntnis. Lediglich der scheidende FDP-Ratsherr Jürgen Kempf kritisierte Röhse scharf: Eine Entscheidung dieser Tragweite müsse sehr wohl vom Rat entschieden werden.
Übrigens: Das Briefpapier mit dem alten Logo soll weiter verwendet werden. Ob auf Verkehrs- und Werbeschildern das Logo ausgetauscht wird, steht noch nicht fest. Dann würden die 3.000 Euro definitiv nicht ausreichen.
• Auch andere Akte laufender Verwaltung wären womöglich nicht durchgeführt worden, wenn der Rat vorher Kenntnis von den Ergebnissen gehabt hätte. Zuletzt sorgte die Grünaktion in der Innenstadt für Erstaunen und Kopfschütteln. Grünamtschef Thomas Söller hatte offenbar im Alleingang verfügt, die Rabatten in der Innenstadt mit Glensander auszustatten, der aussieht wie Beton, und zudem Stehlen aus Robinienholz einzubauen, damit Autos nicht über die Beete fahren. Nach Druck aus Politik und Bevölkerung wurde die Maßnahme zurückgenommen. Kosten für die misslungene Aktion: rund 8.000 Euro.
• 2015 hatte Baudezernentin Doris Gronke die Bauabteilung arbeiten lassen, um eine „Gestaltungsfibel für die Buchholzer Ortschaften“ zu erstellen. Damit wollte sie die Stadt „in Sachen Baukultur früher als bisher positionieren und früher in die Bauberatung für Bauwillige einsteigen.“ Der 16-seitige Leitfaden war aber in derart geschwurbeltem Beamtendeutsch geschrieben, dass der Nutzwert für Bauwillige gen null tendierte.
Vielleicht achtet der neue Rat, der sich Mitte November konstituiert, mehr darauf, dass die Verwaltung mit Steuergeldern achtsamer umgeht als bisher.
• Gibt es in Ihrer Gemeinde auch (Bau)Maßnahmen, die viel Steuergelder kosten, aber wenig Nutzwert für den Bürger bringen? Dann schreiben Sie eine Mail an os@kreiszeitung.net oder eine Postkarte an Wochenblatt-Verlag, Bendestorfer Str. 3-5, z. Hd. Oliver Sander, 21244 Buchholz.