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"Da habe ich mir ungewollt was eingebrockt"

Ein Klassiker der Kabarettkunst: Emil Steinberger als Polizist auf der Wache (Foto: Ursula Hersberger)
Grandseigneur des Kabaretts: Interview mit Emil Steinberger (83) vor seinen Auftritten in Buchholz
os. Buchholz. Dass qualitätsvolle Kunst zeitlos ist, zeigt Emil Steinberger (83) wie kein anderer. Obwohl er in den deutschen Medien kaum noch präsent ist, schaffte es der Schweizer Grandseigneur des Kabaretts, dass beide Vorstellungen im Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore ausverkauft sind. WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander sprach mit Emil Steinberger.
WOCHENBLATT: Sie sind 83 Jahre alt und kein bisschen leise. Was treibt Sie an, auf der Bühne Ihr Publikum weiter zu unterhalten?
Emil Steinberger: Es ist die Freude, das Publikum zum Lachen zu bringen und dies mit der Darstellung von Menschen, wie sie sich im Leben benehmen, wie sie sich ausdrücken, auf lustige Art, ohne verletzend zu sein. Dazwischen dürfen sich auch Nonsens einschleichen und nebst Emil-Klassikern auch Themen von heute. Die Aussage „Emil, sie haben mich auf Kassetten und VHS durch die ganze Jugendzeit begleitet“ höre ich immer wieder. Jetzt wollen sie endlich den Emil live erleben.
WOCHENBLATT: Ihre absolute Hoch-Zeit war in den 1960er bis 1980er Jahren mit vielen Bühnen- und Fernseh-Shows. Jetzt gelingt es Ihnen immer noch, die Säle zu füllen, so auch zwei Mal die Empore. Sind Sie überrascht von diesem Erfolg?
Emil Steinberger: Bei meinem Auftritt für die Fans in Luzern, anlässlich meines 80. Geburtstags, war die Nachfrage so groß, Telefonnetz und Internet brachen zusammen, dass wir statt einer Vorstellung (1.600 Plätze) gleich vier ansetzen mussten. Das überraschte mich total. Als ich dann noch spürte wie die Leute die alten Nummern mit großer Freude entgegennahmen, kam die Idee, ein Programm mit dem Titel „Emil – No einisch!“ (schwyzerdütsch für „Emil - Noch einmal“, d. Red.) für eine Tournee zusammenzustellen. Da hatte ich mir ungewollt etwas eingebrockt.
WOCHENBLATT: In den vergangenen Jahren entwickelt sich die (digitale) Welt immer schneller. Nehmen Sie das in Ihrem Programm auf oder vertrauen Sie auf Ihre zeitlosen Sketche und Stücke?
Emil Steinberger: Es gibt eine Nummer über Apps zum Beispiel und andere Zwischen-Moderationen, die unseren Umgang mit der digitalen Welt betreffen. Es gibt auch Emil-Nummern, die man in Deutschland noch nie gesehen hat.
WOCHENBLATT: Ihr Programm heißt „Noch einmal!“ Muss man das lesen wie „Ein letztes Mal“ oder kann das Publikum sich auf weitere Shows freuen?
Emil Steinberger: Das ist das Lustige in diesem Titel, man kann ihn warnend, mit erhobenem Zeigefinger aussprechen, ernst dreingucken und warnend sagen: „Noch einmal!!“ ... aber dann ist genug. Oder man kann bettelnd, mit fast traurigen Augen sagen: „Emil, bitte bitte ... Noch einmal!“ Betonung auf „Noch“. Wenn man aber den Programmtitel neutral ausspricht, kann es heißen: Ja, er macht‘s noch einmal, vermutlich ist dann Schluss.
WOCHENBLATT: Herr Steinberger, vielen Dank für das Gespräch.

Verlosung von Eintrittskarten

(os). In Kooperation mit der Empore verlost das WOCHENBLATT 2x2 Eintrittskarten für die ausverkaufte Veranstaltung mit Emil Steinberger am Montag, 25. April, ab 20 Uhr (Breite Str. 10). Wer Emil live erleben möchte, schreibt eine E-Mail an gewinnspiel@kreiszeitung.net. Einsendeschluss ist Montag, 25. April, 9 Uhr. Bitte Telefonnummer angeben, damit wir Sie benachrichtigen können.
• Für die Veranstaltung am Samstag, 23. April, gibt es kurzfristig wenige Restkarten. Die Empore-Kasse ist unter Tel. 04181-287878 zu erreichen.