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Hat Buxtehuder "Bollweg-Gang" Carport abgefackelt?

Die Polizei ermittelt: Es könnte ein Zusammenhang zwischen dem Carportbrand und der Randale der Jugendlichen vom Bollweg geben (Foto: Polizei)

tk. Buxtehude. Jetzt soll alles ganz schnell gehen: Der Intensivtäter (16) aus der Jugendgang, die in Buxtehude die Gegend um den Bollweg terrorisiert, soll binnen einer Woche in eine Jugendhilfeeinrichtung gebracht werden. Der Terror durch die Jugendbande dauert schon monatelang, doch jetzt muss ein Schlussstrich gezogen werden: An der Rübker Straße brannte ein Carport und Zeugen haben die Gang zumindest am Tatort gesehen. "Ein Zusammenhang ist nicht auszuschließen", sagt Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Erst vor vier Tagen hatte das WOCHENBLATT darüber berichtet, dass die Situation am Bollweg eskaliert. Eine offenbar gewaltbereite Gruppe von 14 bis 15 Kindern und Jugendlichen sorgte für einen größeren Polizeieinsatz. Immer mehr Insider, die den Fall kennen, sprechen davon, dass sich ein sozialer Brennpunkt entwickele.
Gemeinsam haben Vertreter von Stadt, Polizei und Jugendgericht jetzt Nägel mit Köpfen gemacht: Der 16-Jährige muss die als Bewährungsauflage verhängte Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung sofort antreten. Ein Platz ist reserviert. Er war vor einigen Wochen zu einem Jahr Jugendstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, verurteilt worden.

Zwei Dinge sollen damit erreicht werden: Die Anwohner werden geschützt und die Gang-Mitglieder müssen kapieren, dass ihr Handeln Konsequenzen hat.
Nach WOCHENBLATT-Informationen ist es eine "bunte Truppe", die Angst und Schrecken verbreitet. Nicht alle kommen aus einer Familie, nicht alle wohnen am Bollweg. Der 16-Jährige gilt als Boss. Jeder einzelne der mitmacht oder mitläuft, soll verstärkt in den Fokus und Stadt und Polizei geraten. Gegen die beiden Haupttäter wurde bereits ein befristetes Betretungsverbot für Teile der Innenstadt ausgesprochen. Das könnte erneuert werden und einige der Terror-Kids vom Bollweg fernhalten.

Seit der Verurteilung des Intensivtäters werden die Gruppe rund 20 neue Straftaten zugeschrieben. "Auch gegen den 16-Jährigen laufen Ermittlungen", sagt Bohmbach. Trotz Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung ist der Weg ins Gefängnis noch möglich. Ein zweiter Prozess würde vermutlich zur Aufhebung der Bewährung führen.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 04161 - 647115