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Stades "Hoffnungsträger" liegt voll im Zeitplan

Links ist das neue Parkdeck mit 100 Plätzen zu erkennen, rechts unten das offene Tiefparterre mit dem Zugang zum Pferdemarkt. Dort sollen Sitztreppen zum Verweilen einladen (Foto: Reimann/bc)
 
"Rewe" zieht hier auf insgesamt 1.400 Quadratmetern ein, der Verkaufsraum ist ca. 1000 Quadratmeter groß
bc. Stade. Eines der größten Einzelhandels-Projekte der Region nähert sich Schritt für Schritt dem Ende. Besser gesagt: Die Eröffnung ist absehbar. Nach Auskunft des Projektverantwortlichen Andreas Hebbeler vom Immobilien-Entwickler Matrix aus Hamburg liegt der Bau des Geschäftshauses „Neuer Pferdemarkt“ in Stades City - dort, wo früher Hertie stand - „voll im Zeitplan“. Dem angepeilten Eröffnungstermin Anfang Dezember steht nichts entgegen - vielleicht bis auf die ungeklärte Frage, wo die Kunden künftig parken können. Wie berichtet, wird das städtische Parkhaus nicht rechtzeitig fertig. Der Reihe nach.
Das WOCHENBLATT schaute sich auf der Baustelle um, auf der gegenwärtig etwa 70 Arbeiter ranklotzen, um den Termin halten zu können. Rund 40 Gewerke sind am Bau beteiligt. Generalunternehmer ist die Firma „Baresel“ aus Stuttgart.
Auf ca. 7.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und drei Etagen entsteht eine neue Shoppingwelt. Bis auf einige kleinere Läden z.B. für Gastronomie-Betriebe, Bäckereien oder einen Kiosk sind die meisten Flächen vermietet. Andreas Hebbeler spricht von drei Ankermietern.
„Rewe“ zieht auf insgesamt 1.400 Quadratmetern ins Untergeschoss - eine Art offener, lichtdurchflutetes Tiefparterre. Hebbeler: „Die Herausforderung bestand darin, einen Kellercharakter zu vermeiden.“ In den beiden darüber liegenden Geschossen werden sich auf zwei Etagen zwei Mode-Läden ausbreiten (2.200 und 1.000 Quadratmeter groß), deren Namen noch nicht bekannt gegeben werden sollen, die aber beide bisher nicht in Stade vertreten sind. Hebbeler macht es spannend: „Der eine Mieter betreibt bereits 100 Filialen in Deutschland, der andere bietet junge Mode an.“
Hinzu kommen „Budnikowsky“ und die „HypoVereinsbank“ im Untergeschoss, darüber „Deichmann“, „Hunkemöller Dessous“ und „Neckermann Reisen“. Mit einem lokalen Gastronom steht Matrix in finalen Verhandlungen. „Bijou Brigitte“ wird entgegen erster Ankündigungen nicht mehr dabei sein. Laut Hebbeler werden voraussichtlich Ende August/Anfang September die ersten Mieter mit dem Endausbau beginnen können. Nur für „Rewe“ übergibt Matrix die Ladenfläche schlüsselfertig.
Apropos Übergabe: Matrix hat das Gebäude bereits weiterverkauft an das Kölner Investmentunternehmen Dereco, das künftig auch die Verwaltung übernehmen wird. Die Transaktion umfasste laut Dereco-Newsletter ein Volumen von ca. 34 Millionen Euro. Hebbeler: „Unser Job ist es, alte Immobilien aufzukaufen und zu revitalisieren. Wir halten sie nicht im Bestand.“ Nach der Eröffnung soll das Geschäftshaus an seinen neuen Eigentümer übergeben werden.
Ob der „Neue Pferdemarkt“ wirklich schon komplett Anfang Dezember eröffnet werden kann oder nur teilweise oder erst später, hängt auch von den weiteren Verhandlungen von Matrix und der Stadt ab, die beide gemeinsam nach Lösungen suchen, um das fehlende Parkhaus zu kompensieren. Insgesamt fehlen - inklusive der 100 Plätze auf dem Dach des Geschäftshauses - 600 Stellflächen. Vertraglich hat sich die Stadt gegenüber Matrix verpflichtet, ab Dezember ca. 200 Parkplätze für „Rewe“ zur Verfügung zu stellen.
Wichtig ist auch, wie die Mieter reagieren, denn die könnten rein theoretisch Schadensersatz bei der Stadt geltend machen. Rewe wollte sich auf Anfrage nicht weiter dazu äußern. Nur soviel: „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit dem Vermieter.“