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Von der Flut verschont: Aber im Stader Kreishaus macht die Katastrophe viel Arbeit

1.000 Mitglieder der Kreisfeuerwehrbereitschaft waren an der Elbe im Einsatz. Ihre Arbeitgeber haben ein Anrecht auf Erstattung des Gehalts (Foto: Feuerwehr)
tk. Stade. Der Landkreis Stade war von der jüngsten Elbeflut nicht betroffen. Dennoch hat die Kreisverwaltung mit dieser Naturkatastrophe derzeit viel Arbeit. Der Grund: Die Arbeitgeber aller Feuerwehrfrauen- und männer, die in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg im Einsatz waren, haben ein Anrecht auf Erstattung des weitergezahlten Gehaltes für ihre Mitarbeiter im Katastropheneinsatz. Diese Anträge beschäftigen derzeit einen Mitarbeiter in Vollzeit.
"Wir sind allen Arbeitgebern sehr dankbar, dass sie ihre Mitarbeiter zum Einsatz lassen", sagt Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz, die sich daher nicht über den Aufwand beklagt. Sowohl Arbeitgeber als auch Verwaltung müssen sich durch ein aufwändiges Verfahren arbeiten. Der Arbeitgeber füllt einen Antrag aus, der vom Landkreis geprüft wird. Ist alles in Ordnung, wird eine Auszahlungsanordnung für die Kämmerei geschrieben und der Arbeitgeber bekommt sein Geld.
Um das Gehalt möglichst schnell zu erstatten, tritt der Kreis dabei finanziell in Vorleistung und bekommt das Geld von der Polizeidirektion wieder, die die Helfer angefordert hat. In diesem Fall war das Lüneburg. Nicole Streitz rechnet damit, dass rund 100.000 Euro vorgestreckt werden.
Weil rund 1.000 Feuerwehrfrauen- und männer aus der Stader Kreisfeuerwehrbereitschaft im Katastrophen-Einsatz waren, stapeln sich die Anträge im Kreishaus. Und das sind noch nicht einmal alle. Laut Steitz verzichten manche Arbeitgeber einfach auf den Papierkrieg, weil er ihnen zu aufwändig ist. "Die betrachten das als ihren Hilfsbeitrag zurm Katastrophenschutz", sagt die Dezernentin.
Außerdem müssen neue Sandsäcke geordert werden. Rund 250.000 Jutesäcke sind aus Stade in die Hochwassergebiete transportiert worden. Zwar liege der Stückpreis pro Sack unter 50 Cent, doch in der Summe - Streitz geht von rund 60.000 Euro aus - ist eine Ausschreibung vorgeschrieben. Ganz nebenbei müssen auch noch Rechnungen bezahlt werden, die jedes einzelne Feuerwehrmitglied einreicht. Etwa für Sonnen- oder Mückenschutz. "So etwas besorgt sich jeder selbst", sagt Steitz.