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Wildkamera-Schnappschuss: Dreister Umweltfrevel auf zwei Rädern im Landschaftsschutzgebiet

Schnappschuss aus der Wildkamera: Dieser Fahrer brettert durch das Landschaftsschutzgebiet "Buxtehuder Geestrand" Fotos: privat/ tk
Motocross-Fahrer von Wildkamera abgelichtet / Landkreis wird verstärkt kontrollieren

tk. Buxtehude. Dieser Schnappschuss ist keine Werbung für Offroad-Abenteuer auf zwei Rädern, sondern der Beweis für einen üblen Umweltfrevel: Ein Motocross-Fahrer brettert mit seiner Maschine durch ein hügeliges Wäldchen. Das Foto stammt von einer Wildkamera, die ein Jäger und WOCHENBLATT-Leser im Landschaftsschutzgebiet "Buxtehuder Geestrand" zwischen Ketzendorf und Neu Wulmstorf aufgebaut hatte. "Illegale Fahrten sind seit Jahren ein Problem", sagt der Jäger.

Zwei Sandkuhlen in der Nähe würden immer wieder Motorradfahrer anlocken. In einem Fall, der Jäger hatte zwei Fahrer gestoppt, kam einer der Umweltfrevler sogar aus Schleswig-Holstein. Die Stelle, an der der Motocross-Fahrer jetzt fotografiert wurde, war bislang aber von Rowdys auf zwei Rädern verschont geblieben.

Der Jäger hat Anzeige beim Naturschutzamt des Landkreises erstattet. Kreissprecher Christian Schmidt bestätigt, dass es in der Vergangenheit mehrere Vorfälle dieser Art gegeben habe. Daher werde der Landkreis jetzt verstärkte Kontrollen durchführen. Appell der Naturschützer an Zeugen: Wenn möglich mit dem Smartphone das Kennzeichen fotografieren und das Naturschutzamt informieren.

Was der WOCHENBLATT-Leser vollkommen unverständlich findet: Nur wenige hundert Meter vom Landschaftsschutzgebiet liegt die Motocrossstrecke des MSC Elstorf. Die bietet hervorragende und legale Bedingungen für Motocross-Piloten.

Vor gut einem Jahr hatte das WOCHENBLATt über massive Probleme mit illegalen Querfeldeinfahrten in Immenbeck in der Nähe der Sportanlage "Brune Naht" berichtet. "Das hat nachgelassen", sagt Ortsvorsteher Niels Großkreutz. Allerdings habe die Polizei auch verstärkt kontrolliert. Zudem wurde ein Schild mit einem Durchfahrtsverbot an einem Waldweg aufgestellt. "So haben die Ordnungsbehörden eine Handhabe", sagt Großkreutz. (tk). "Wer mit einer Motocrossmaschine durch ein Landschafts- oder Naturschutzgebiet fährt, begeht kein Kavaliersdelikt", sagt Landkreissprecher Christian Schmidt. Der Lärm vergräme Tiere. Dadurch könnten auch Vögel ihre Brutplätze aufgeben. Nebenbei werden natürlich auch erholungssuchende Spaziergänger massiv gestört.

Außerdem werde der Boden durch die Motorräder in Mitleidenschaft gezogen. Dabei können seltene Pflanzen plattgewalzt werden und Tiere, etwa die Wildwespe oder -biene, die im Boden Erdlöcher bauen, vertrieben werden. Hnzu komme, dass Motocrossfahrer, die gerne Hänge rauf und runter fahren oder Bachläufe durchqueren, für Bodenerosion sorgen. So wird Natur zerstört