Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Statt Mietpreisbremse für Buxtehude: Strenge Vorgaben lockern

Sven Geertz (Foto: ab)
Statt Mietpreisbremse: Vorgeschriebene Parkplatzzahl senken und mehr Geschosse erlauben

tk. Buxtehude. Buxtehude braucht keine Mietpreisbremse, sondern weniger regide Bestimmungen bei Neubauten: Das ist eine Forderung, die von Investoren, Architekten und Bauunternehmen schon seit längerer Zeit aufgestellt wird. Es geht dabei vor allem um die Vorschriften zur Anzahl der Parkplätze und die erlaubte Geschosshöhe. "Der politische Wille muss da sein, sozialen Wohnungsbau zu fördern", sagt Tim Schulenburg von der "SG Bau", die viele Sozialwohnungen erstellt hat - bislang aber nicht in Buxtehude.



Sven Geertz, Geschäftsführer der HBI (Hausbau- und Immobiliengesellschaft) aus Nottensdorf ergänzt: "Es gibt außer der Mietpreisbremse andere Wege, bezahlbaren Wohnraum in Buxtehude zu schaffen." Die HBI verwaltet rund 600 Wohnungen in der Estestadt und plant aktuell einen Neubau auf dem Gelände der "Seeburg" in Neukloster. Für jede Wohnung müssen 1,5 Parkplätze erstellt werden. Das heißt: Die HBI hat 900 Stellplätze gebaut, aber nur 600 sind vermietet. Möglich wäre es, die vorgeschriebene Stellplatzzahl auf einen pro Wohnung herunterzuschrauben. "Das wird in Buxtehude aber nicht gemacht, obwohl das Baugesetz das erlaubt."

Konkretes Beispiel: Die HBI-Häuser an der Kottmeierstraße verfügen über 84 Wohnungen. Vorgeschrieben sind 129 Stellplätze - aber nur 80 sind belegt. Einer der Gründe: Die meisten Mieter sind älter als 60 Jahre und haben nur ein Auto.
Hamburg habe bereits reagiert, so Schulenburg. Die Stellplatzvorgabe sei beim Wohnungsbau ausgesetzt worden. Vorteil: Der Preis für Neubauprojekte sinkt, wenn etwa keine Tiefgaragen gebaut werden müssen.

"Und dort, wo es hinpasst, müssten mehr Geschosse erlaubt sein", sagt Sven Geertz. Er kann sich sehr gut vorstellen, dass es genügend Investoren gebe, die eine gedeckelte Miete - etwa 20 Prozent unter Niveau - auf zehn Jahre akzeptierten, wenn im Gegenzug strengere Vorgaben wegfielen. "Dann ergibt sich auch mit weniger Mieteinnahmen eine gute Rendite." Mittelfristig, so Geertz, werde sich der Wohnungsmarkt dadurch entspannen

"Alle Probleme sind lösbar, wenn die Politik das will", meint Tim Schulenburg. "Stadt und Rat sind gefordert", sagt Sven Geertz.