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Die "Generation Y": Sie suchen Sinn und wollen mehr als gute Jobs

Teamwork ist für viele aus der "Generation Y" wichtig (Foto: Fotolia/Robert Kneschke)
 
Karin Zintz-Volbracht (Foto: Astrid Möller)
"Generation Y" als Arbeitnehmer: Mehr Mitbestimmung und weniger Hierarchie

tk. Stade. Unternehmen haben in wachsendem Maße Schwierigkeiten, neues Personal vom Azubi bis zur Führungskraft zu finden. Wenn nicht nur der demografische Wandel, sondern auch neue und andere Ansprüche von Arbeitnehmern an ein Unternehmen eine Rolle spielen, kann die Arbeitskräftesuche zum Hindernislauf werden. Das Stader Personalforum der IHK hat Karin Zintz-Volbracht als Referentin eingeladen. Die Politologin erklärt, was Firmen tun können, um für die sogenannte "Generation Y" interessant zu sein.



Unter diesem neudeutschen Begriff wird die Generation verstanden, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurde. Manchmal wird von der Generation der heute 20- bis 30-Jährigen auch als "Millenials" gesprochen. Ihnen wird neben hoher Technikaffinität gleichermaßen die Suche nach Sinn im Leben, Kreativität, Mitbestimmung im Beruf und der Wunsch nach einer Balance zwischen Job und Freizeit zugeschrieben.

Karin Zintz-Volbracht warnt aber davor, eine ganze Generation über einen Kamm zu scheren. Es sei rund die Hälfte der Generation Y, die auch soziale Sicherheit und gute Jobs suche, aber gleichermaßen Nachhaltigkeit, Entwicklungsperspektiven und Eigenverantwortung einfordere. "Persönliche Weiterentwicklung ist für diese Menschen wichtiger als der Aufstieg durch die Hierarchieebenen", sagt die Referentin. Ein starres Regelwerk in Unternehmen, das häufig über die Jahre gewachsen sei, und zu viel Kontrolle, schrecke die Generation Y eher ab.
Zintz-Volbracht sieht aber bei diesen Arbeitnehmern große Potentiale für Unternehmen, gerade auch für Mittelständler: "Diese Menschen hängen sich voll rein, sie haben Lust auf ihren Job." Was notwendig ist, damit diese Arbeitnehmer und Firmen zusammenfinden, sei ein Kulturwandel. Das müsse nicht gleich der ganz große Umbruch sein. "Wenn sich eine Unternehmensführung Gedanken macht und beginnt, Routinen und althergebrachte Muster auf ihren Sinn hin zu prüfen, verändert sich die Firmenkultur" sagt Karin Zintz-Volbracht.

Beispiel: Als Coach hat sie ein produzierendes Unternehmen beraten. Die Qualitätskontrolle lief ausschließlich über zwei Vorgesetzte. Im Anschluss an ihre Beratertätigkeit wurde die unerlässliche Kontrolle im Team der Mitarbeiter erledigt. "Teamwork ist wichtig - und auch die Eigenverantwortung von Teams, Netzwerken oder Kollegengruppen,“ sagt Zintz-Volbracht.

Es reiche nicht, wenn ein Unternehmen medienwirksam Nachhaltigkeit und sozialethische Standards formuliere. Es müsse eher hinterfragt werden, welche Regeln für das Unternehmensziel tatsächlich notwendig sind. "Muss der Arbeitsbeginn wirklich immer um 8 Uhr sein?" Flexible Arbeitszeiten seien der Generation Y zum Beispiel wichtig.

Die wichtigsten Grundsätze, wie ein Unternehmen für Mitarbeiter der Generation Y attraktiv wird, fasst Karin Zintz-Volbracht unter dem Stichwort "Grundprinzipien des New Work" zusammen:

• Entwicklung: Wo und wie können individuelle Entwicklungs- und Wahlmöglichkeiten geschaffen werden?
• Netzwerke: Wie können mehr bereichsübergreifende Gruppen, Teams gebildet werden?
• Flexibilisierung: In welcher Form sind zum Beispiel Home Office oder flexible Arbeitszeiten möglich?
• Autonomie und Eigenverantwortung: Wo ist geteilte Führungsverantwortung möglich, in welchem Maße können Teams eigenständig entscheiden.

• Das "Stader Personalforum" mit Karin Zintz-Volbracht findet am Mittwoch, 20. April, um 14 Uhr in der IHK (Schäfersteig 2 in Stade) statt.