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Die nächste Standortschließung: Pioneer verlässt Buxtehude

70 Arbeitsplätze sind betroffen / Gespräche mit dem Betriebsrat laufen

tk. Buxtehude. Der Saatguthersteller DuPont Pioneer schließt zum 1. Juni 2019 seinen Standort in Buxtehude im kleinen Gewerbegebiet an der Apensener Straße. Ob dadurch die rund 70 Beschäftigten alle ihren Job verlieren, stehe noch nicht fest. "Mit dem Betriebsrat laufen intensive Gespräche", erklärt Pioneer-Geschäftsführer Harald Kube. Bis Ende des Jahres soll es Klarheit geben. Pioneer, seit 30 Jahren in Buxtehude ansässig, wird seine Saatgut-Aktivitäten am Standort in München konzentrieren.

Grund für das Aus: Nach der Fusion der Chemieriesen Dow und DuPont im vergangenen Jahr wurden die Unternehmensstrukturen überdacht. Zusammen mit Pioneer, einer hundertprozentigen DuPont-Tochter, müssen der bisherige Mutterkonzern DuPont sowie Dow ein gemeinsames Fundament errichten und dabei Doppelstrukturen vermeiden. Für den Agrarsektor habe dies den Verzicht auf den Standort Buxtehude bedeutet. "Eine schwierige Entscheidung", sagt Kube dazu. Am Ende müsse das Ziel langfristiges Wachstum der fusionierten, weltumspannenden Konzerne sein, sagt Pioneer-Geschäftsführer Kube.
Die anstehende Megafusion von Bayer und Monsanto habe damit nur indirekt zu tun, so der Geschäftsführer. Natürlich schaue man auch bei DowDuPont, was die Konkurrenz mache. Das motiviere bei zukunftsgerichteten Entscheidungen zusätzlich. Eine Konzentration von Standorten und Firmen im Agrarsektor sei jedoch stärker der Tatsache geschuldet, dass die Rahmenbedingungen und regulatorischen Vorschriften, etwa auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes, beständig höher werden. "Gemeinsame Forschung und Entwicklung ist daher wichtig", so Kube.

In Gesprächen mit den Mitarbeitern sollen so viele neue Beschäftigungsmöglichkeiten wie möglich gefunden werden.Wie viele Mitarbeiter nach München gehen könnten, stehe derzeit noch nicht fest. Auch die Möglichkeit von Homeoffice-Jobs soll diskutiert werden. Die Zukunft des Firmengeländes sei ebenfalls noch offen. Dazu habe es noch keine Gespräche gegeben.

Der Zeitpunkt Juni 2019 für die Standortschließung in Buxtehude ist Teil der gesamten Unternehmensstrategie von DowDuPont. Bis Mitte des kommenden Jahres will sich der Chemieriese in drei einzelne, börsennotierte Unternehmen aufgespalten haben. Die Agrarsparte firmiert dann unter Corteva Agriscience.

Die Entscheidung von Pioneer, Buxtehude aufzugeben, ist die vierte schlechte Nachricht für die Stadt innerhalb von nur wenigen Wochen: Bacardi und Crane (früher NRI) schließen ihre Werke. Rund 170 Menschen verlieren dadurch ihren Job. Zudem gehen durch die Insolvenz von Lintec weitere 30 Arbeitsplätze in der Hansestadt verloren.