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Hilke Harms von Viebrockhaus: Erfahrungen mit Flüchtlingen als Arbeitskräfte

Uwe Fricke (li.) vom Wirtschaftsverein Buxtehude hatte die Referenten Susanne Epskamp von der Stadt Buxtehude (v. li.), Marcel von der Lieth von der Agentur für Arbeit Stade und Hilke Harms von Viebrock Haus zum Unternehmerfrühstück eingeladen

"Der Aufenthaltsstatus ist für uns unwichtig"

ab. Buxtehude. der Aufgabe, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, referierten jüngst beim Unternehmerfrühstück des Wirtschaftsvereins Fachgruppenleiterin Susanne Epskamp von der Hansestadt Buxtehude, Marcel von der Lieth von der Agentur für Arbeit Stade und Hilke Harms von Viebrockhaus.
13 Flüchtlinge seien derzeit bei Viebrockhaus tätig, berichtete Hilke Harms, und jeder von ihnen würde an einem Einstiegsqualifizierungsprogramm (EQ-Programm) teilnehmen.

"Wir versuchen, alle ihren Wünschen entsprechend im Betrieb unterzubringen", so Harms. Tätig seien dort u.a. Trockenbauer, Heizungsbauer, Elektriker, Statiker und demnächst ein Bauzeichner. Verschiedene Nationalitäten und Religionen kämen dabei zusammen, mit unterschiedlichen Aufenthaltsstatus. "Da haben wir keinen Unterschied gemacht", sagt Harms. Keiner der sechs Azubis hätte eine Aufenthaltserlaubnis. "Doch erstmal kann ich sie im Betrieb einsetzen: Drei Jahre lang dauert die Ausbildung und anschließend können wir sie für zwei Jahre bei uns beschäftigen."

Das Leben bei Viebrockhaus, erzählt Hilke Harms, sei durch die Anstellung der Flüchtlinge vielfältiger geworden, "da wird in der Frühstückspause schon mal der Teppich ausgerollt und gebetet", aber auch für die Betreuer im Betrieb anspruchsvoller. "Rechnen Sie pro Person mit einem Drittel mehr Zeitaufwand als bei anderen Arbeitnehmern", empfiehlt sie.

Wovon Hilke Harms dringend abrät: die arbeitenden Flüchtlinge weiter in Sammelunterkünften wohnen zu lassen. "Das geht nicht. Dort ist es laut und an Schlaf ist erst spät in der Nacht zu denken. Unsere Azubis waren immer sehr müde. Jetzt bewohnen sie eines unserer Viebrock-Häuser. Das klappt gut."

Auch mit der Auszahlung des Lohnes sei es nicht ganz einfach, denn nicht jeder Flüchtling habe ein Konto. "Da brauchen Sie Fantasie", sagt Hilke Harms.
Die Viebrock-Mitarbeiterin beführwortet jedoch unbedingt eine Beschäftigung von Flüchtlingen im eigenen Betrieb. "Auch wenn es manche Hürden zu nehmen gibt und Sie flexibel sein müssen: Die Welt wird sehr viel bunter."

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