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"Ich bekam schon Schläge angedroht"

Mit Kuli und Block: Ronald Badack (li.) und Egon Hintelmann arbeiten als Verkehrsüberwacher auf der Elb-Insel Krautsand

Park-Sheriff auf der Insel Krautsand: Ronald Badack und Egon Hintelmann brauchen ein dickes Fell

tp. Krautsand. Mit diesem Job macht man sich garantiert unbeliebt: Die Rentner Ronald Badack (65) und Egon Hintelmann (61) sind Park-Sheriffs auf der Ferieninsel Krautsand. Während die Tagesgäste am Elbstrand relaxen, schreibt das Duo auf dem Parkplatz fleißig Knöllchen.

Für ihren schmalen Lohn nehmen die bei der Gemeinde Drochtersen angestellten 400-Euro-Jobber Hass- und Drohgebärden in Kauf. "Ich bekam schon Schläge angedroht", erinnert sich Egon Hintelmann. Nachdem er ein "Ticket" an die Windschutzscheibe eines Parksünders geheftet hatte, gingen "vier bullige Typen mit Glatze" wütend und schimpfend auf ihn zu. "Ich bin noch nie so schnell gerannt."

Hintelmanns Kollege Ronald Badack erlitt bislang nur Verbal-Attacken: "Geh lieber in der Fabrik Arbeiten, Opa!" oder "Steck dir das Knöllchen in den Arsch!" Neben Beschimpfungen erträgt der ehemalige Trucker und Feinmechaniker stoisch nervige, ewig gleiche Ausreden, wie "Hab nur schnell was abgeliefert." Badack trägt's mit Fassung: "Man bekommt ein dickes Fell. Und wenn ich den Job nicht mache, erledigt ihn ein anderer."

Die Arbeit als Verkehrsüberwacher habe auch positive Seiten, sagen Badack und Hintelmann: "Man kommt mit netten Urlaubern ins Gespräch. Und bei gutem Wetter laufen einem viele Bikini-Schönheiten über den Weg."

Pro Sommersaison schreiben Badack und Hintelmann jeweils rund 250 Strafzettel. Zur Kasse gebeten wird, wer die Freiparkzeit von 30 Minuten überschreitet. Ein Knöllchen kostet den Parksünder mindestens 10 Euro. Wer sich auf einen Behindertenparkplatz stellt, ist sofort 35 Flocken los. Die reguläre Tages-Parkgebühr hingegen kostet nur drei Euro.