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Integration auf Knopfdruck - In Hanstedt ging eine besondere Plattform für Flüchtlinge online

Stellten in Hanstedt „P.R.I.S.M.“ vor (v. li.): Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald, Human-Care-Geschäftsführer Holger Wollesen, Mirco Jahn und Christian Köhn (beide „Communet“)
 
Ein Film-Team begleitete den "P.R.I.S.M."-Start in Hanstedt und interviewte Human-Care-Geschäftsführer Holger Wollesen (re.) und Christian Köhn
(mum). Nimmt Niedersachsen in puncto Flüchtlingsarbeit demnächst eine Schlüsselrolle ein? Christian Köhn (Projektleiter des Uelzener Unternehmens „Communet“) ist davon überzeugt. Am Dienstag stellte er gemeinsam mit Geschäftsführer Achim Zeeck und Entwickler Mirco Jahn das Integrationsprojekt „P.R.I.S.M.“ in der Flüchtlingsunterkunft in Hanstedt vor.
„P.R.I.S.M.“ ist eine Plattform für Flüchtlinge und Immigranten. Ziel ist es, Sprachbarrieren und Kommunikationshürden abzubauen. Hierzu stellt das Programm Informationen in der für Flüchtlinge landestypischen Sprache bereit. Ausgelegt ist das System zunächst für Arabisch (Syrisch), Türkisch, Französisch und Englisch. Weitere Sprachen (bis zu 80) können zukünftig integriert werden.
Unterstützt wird das Integrationsprojekt von der UNO-Flüchtlingshilfe, der Volkswagen-Initiative Pro Ehrenamt und vom Zentralrat der Muslime. Kooperationspartner ist zudem die Human-Care GmbH, die mit mehr als 100 Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge bundesweit zu den führenden Anbietern zählt. Zum offiziellen Start waren Dr. Sadiqu Al-Mousllie (Beauftragter des Zentralrats der Muslime), Human-Care-Geschäftsführer Holger Wollesen und Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald anwesend.
Was erledige ich wo? Wo finde ich die richtigen Ansprechpartner? Wie und wo bewerbe ich mich? - „Flüchtlinge stehen bei ihrer Ankunft vor einer Vielzahl von Fragen, die sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse vor erhebliche Schwierigkeiten stellen“, sagt Köhn. Genau hier setze „P.R.I.S.M.“ an. Damit sei es Asylsuchenden möglich, nach einem Login am PC oder Laptop Antworten in der für sie verständlichen Landessprache zu erhalten. Neben Wegweisern für regionale Ämter bietet die EDV aber auch Zugriff auf Deutschkurse. Speziell für Kinder ist eine altersangepasste Lernsoftware inklusive Sprachausgabe verfügbar. Ferner offeriert das System geschützten Zugriff auf persönliche Dokumente und Internetseiten. „So wird sichergestellt, dass die Flüchtlinge auch bundesweit in allen angeschlossenen Einrichtungen Zugang zu ihren Dokumenten erhalten. Dies können etwa Bewerbungsunterlagen sein“, erklärt Köhn.
Nach dem offiziellen Start in Hanstedt kommt das System an mehreren Standorten zum Einsatz, unter anderem im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Landkreis Uelzen sowie beim Deutschen Roten Kreuz Uelzen, in der Erstaufnahme-Einrichtung Ehra-Lessin und in der Landesaufnahmebehörde Braunschweig. „Die Arbeiten an der technischen Entwicklung sowie an der Systemprüfung und Konfiguration erfolgen ehrenamtlich“, so Köhn. „Unser Ziel ist, das System bundesweit und idealerweise auch europaweit in Erstaufnahme-Einrichtungen und Flüchtlingsheimen zu installieren.“
Hierbei baut das Unternehmen auch auf die Kooperation mit Human-Care. „Innovativen Ideen, die aktiv zur Integrationsförderung beitragen, stehen wir jederzeit offen gegenüber und unterstützen diese gern“, so Human-Care-Geschäftsführer Holger Wollesen. „Wir selbst werden die Software sowohl in Hanstedt, als auch in unseren Einrichtungen in Stelle und Uelzen bereit stellen.“ Ein bundesweiter Einsatz sei nicht ausgeschlossen.
Kurz vor der Umsetzung steht laut Köhn auch eine Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. „Für eine schnellere Integration in den Beschäftigungsmarkt soll das System künftig in allen Berufsinformationszentren verfügbar sein“, erläutert er den Ansatz.
Landkreis-Sprecher Freudewald begrüßte die „P.R.I.S.M.“-Einführung. „Ich denke, es kann eine große Unterstützung unserer vielen ehrenamtlichen Helfer sein, die sich dann auf wesentlichen Dinge konzentrieren können.“
• Ein TV-Team begleitete die Präsentation in Hanstedt. Ab dem kommenden Jahr soll der Film auf den Internetseiten aller beteiligten Kooperationspartner verfügbar sein und das Projekt anschaulich erklären. Außerdem sollen Ausschnitte im Zuge der Sendung „Welt der Wunder“ ausgestrahlt werden.