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Schlimmste Stellen schnell geflickt: Landkreis reagierte auf Bericht im WOCHENBLATT

Bei der K79 wurde provisorisch geflickt Foto: jd
jd. Stade. "Gefahr am Straßenrand" - so titelte das WOCHENBLATT in seiner Ausgabe vom vergangenen Samstag. Es ging um die unbefestigten Seitenstreifen an Kreisstraßen, die sehr schmal sind. Als besonders gefahrenträchtig wurde die Situation an der K79 südlich von Harsefeld ausgemacht. Wenige Tage nach dem Bericht hat der Landkreis reagiert und die schlimmsten Stellen mit einem Splittbelag provisorisch ausgebessert. Der schlechte Zustand entlang der Fahrbahnränder der Kreisstraßen und speziell der K79 war auch Thema im Bau- und Wegeausschuss des Kreistages. Die FWG hatte nach dem Erscheinen des WOCHENBLATT-Artikels nach Lösungsmöglichkeiten gefragt.

"Es handelt sich hier vor überwiegend um ein Problem bei älteren Kreisstraßen", erklärte Kreisbaurat Hans-Hermann Bode auf der Ausschuss-Sitzung. Bei den Straßen, die jüngeren Datums seien, gebe es einen befestigten Seitenraum mit tragfähigem Untergrund. Das sei aber bei den Straßen wie der K79 nicht der Fall: Dort befinde sich links und rechts der Fahrbahn meist nur reiner Mutterboden. Weiche der auf, fehle die Stabilität. Diese Straßenbereiche werden vom Landkreis nun sukzessive mit dem bereits im Artikel erwähnten Schotterrassen versehen, einem Spezialgemisch aus Erdreich und mineralischen Granulat, das Grassamen enthält.

Ob das die perfekte Lösung darstellt, dürfte allerdings bezweifelt werden: Nach Aussage von Experten wird dieses Schottergemisch gerade bei stärkerer Belastung etwa durch die Reifen schwerer Lkw oder landwirtschaftlicher Fahrzeug zur Seite gedrückt, wodurch erneut tiefe Spurrillen entstehen. Eine Alternative könnten sogenannte Kunststoff-Bodengitter darstellen. Diese quadratischen Gitterplatten, die etwas mehr als einen halben Meter breit und lang sind, bestehen aus einem hochflexiblen Material und werden beim Verlegen einfach zusammengesteckt.

"Wer meint, Kunststoff gehe schnell zu Bruch, liegt bei diesen Platten völlig falsch, sagt Kim Schäfer, Marketingleiter der Firma Securatek aus Hessen, die schon seit Jahren solche Bodengitter für den Straßenbau herstellt. Er verweist auf die hohe Festigkeit der Gitter: "Die Traglast liegt bei bis zu 500 Tonnen pro Quadratmeter." Laut Schäfer können die robusten Gitter die Stabilität des Seitenstreifens stark verbessern. Ein zusätzlicher positiver Effekt sei, dass die Grasnarbe durch die Gitter geschützt werde.

Im Landkreis werden solche Kunststoffgitter noch nicht verwendet. An einigen Straßen kommen bislang lediglich Betonrasengitter zum Einsatz. Deren Nachteil: Der Beton entzieht den Graswurzeln die notwendige Feuchtigkeit. Vertrocknet das Gars, klappt es nicht mit der erwünschten Begrünung. Das WOCHENBLATT hat mehrere Kreispolitiker auf die Einsatzmöglichkeit solcher Kunststoffgitter angesprochen: Die geben sich überwiegend skeptisch - nach dem norddeutschen Motto: Watt die Buer nicht kennt, datt frett he nich.