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Eine Frau an der Spitze?

Wäre mit ihrer zupackenden Art als Bürgermeisterin geeignet: Sabine Hellwege

Das WOCHENBLATT schaute sich um, welche Harsefelder Politikerin das Zeug zur Rathauschefin hat.

Zugegeben: Bis zur nächsten Bürgermeister-Wahl in der Samtgemeinde Harsefeld ist es noch lange hin. Im Frühjahr 2007 war Amtsinhaber Rainer Schlichtmann (59) ohne Gegenkandidaten angetreten. Der parteilose Verwaltungsfachmann holte damals 96 Prozent der Stimmen. Obwohl eine mögliche Wiederwahl erst 2015 ansteht, wird bereits spekuliert, wer den dann 62 Jahre alten Schlichtmann beerben könnte. Vielleicht eine Frau?
Warum nicht: Schließlich wird Stade seit einem Jahr von der SPD-Politikerin Silvia Nieber regiert. Und in Buxtehude hat die Vize-Rathauschefin Katja Oldenburg-Schmidt die allerbesten Chancen, Nachfolgerin des amtsmüden Bürgermeisters Jürgen Badur zu werden. Die beiden Städte liegen damit voll im Trend. Wurde früher immer beklagt, dass zu wenig Frauen an den Schalthebeln der Macht sitzen, schicken sich diese nun an, die Rathäuser zu erobern.
Vielleicht ist in drei Jahren die drittgrößte Kommune des Landkreises an der Reihe. Daher kann man sich ja schon mal unter den Politikerinnen der Samtgemeinde Harsefeld umschauen. Gibt es vor Ort überhaupt eine Frau, die für diese Aufgabe in Frage kommt?
Allein die Tatsache, dass die Frauen in den fünf Räten der Samtgemeinde stark unterrepräsentiert sind (Bargstedt und Brest: je 33%, Harsefeld 31%, Samtgemeinde: 29 %, Ahlerstedt 24 %), macht den Kreis möglicher Kandidatinnen recht überschaubar. Insgesamt haben die weiblichen Ratsmitglieder lediglich 30 von 102 Sitzen inne. Und diese 30 Mandate wiederum werden nur von 21 Frauen ausgeübt.

Vier Frauen aus vier Parteien

Blickt man auf deren Berufe und setzt als mögliche Auswahlkriterien Verwaltungserfahrung, Führungskompetenz, betriebswirtschaftliche bzw. juristische Kenntnisse oder zumindest eine annähernde fachliche Qualifikation voraus, so lässt sich der mögliche Personenkreis an einer Hand abzählen: Vier Frauen kommen mehr oder weniger in Frage, jede aus einer anderen Partei:
• Allen voran sei die langjährige FWG-Fraktionschefin Sabine Hellwege (57) genannt. Die Unternehmerin und Marketingberaterin ist eine alte Häsin in der Harsefelder Kommunalpolitik. Akzente hat sie vor allem als Vorsitzende des Ausschusses für Ortsentwicklung und Wirtschaftsförderung gesetzt. In dieser Materie macht ihr niemand etwas vor. Die ideale Besetzung, um die Samtgemeinde wirtschaftlich weiter voranzubringen.
• Auf eine lange Erfahrung in der Ratsarbeit kann auch die Grüne Elke Martin (52) zurückblicken. Die stellvertretende Flecken-Bürgermeisterin kennt sich als Finanzbuchhalterin beim DRK bestens mit Zahlen aus. Für sie ist solides Wirtschaften Grundvoraussetzung für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik. In Haushaltsberatungen hat sie stets den maßvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln angemahnt.
• Eine Frau aus der Wirtschaft könnte die CDU nominieren: Deren Fraktionsvorsitzende Anke Burfeind (46) hat mit ihrem Mann einen florierenden Tischlereibetrieb aufgebaut. An dessem zweiten Standort in Horneburg engagiert sich Burfeind im Vorstand des örtlichen Gewerbevereins. Ihr guten Kontakte nach Horneburg könnten sich als nützlich erweisen, denn die interkommunale Zusammenarbeit wird ein immer wichtigeres Thema.
• Schließlich wäre da noch die SPD: Sie hat mit Kerstin Pietsch (43) eine "waschechte" Verwaltungs-Expertin in ihren Reihen. Die studierte Diplom-Verwaltungsbetriebswirtin ist zwar Rats-Neuling, wäre mit ihrer Qualifikation aber allererste Wahl. Als Betriebsrätin ist sie auch mit den Belangen der Arbeitnehmer vertraut. Sollte die SPD auf die Karte "Pietsch" setzen, wäre das bürgerliche Lager erheblich unter Zugzwang.
Doch noch ist das beschauliche Harsefeld weit entfernt von einem Wahlkampf um den Posten des Samtgemeindebürgermeisters. Von den vier genannten Damen wussten nur zwei, dass ihr Name in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Beide lehnten eine Kandidatur dankend ab. Und vielleicht will Schlichtmann es ja noch mal wissen. Dann würde er 2023 im Alter von 70 Jahren aus dem Amt scheiden.