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Tolle Zahlen bei der Knolle

Die Entwicklungen auf dem Kartoffel-Markt standen im Fokus der Veranstaltung in Harsefeld
 
Die Landwirte und Gäste lauschten interessiert den Ausführungen der Referenten auf dem Kartoffeltag
jd. Harsefeld. Trotz Negativ-Schlagzeilen über hohe Preise: Die Stader Saatzucht ist zufrieden mit der Kartoffel-Vermarktung. Erst lief die Vermarktung etwas stockend an, doch am Ende stimmten die Zahlen: Die Stader Saatzucht ist mit ihrem Kartoffelabsatz rundum zufrieden. Geschäftsführer Axel Lohse sprach jetzt sogar von einem ausgezeichneten Geschäftsjahr. Auf dem traditionellen Kartoffeltag der Genossenschaft berichtete Lohse über den Verlauf und die Ergebnisse der Kartoffelkampagne der Saison 2013/14. Mehr als 100 Landwirte und Gäste nahmen an der Informationsveranstaltung im Café des Harsefelder Raiffeisen-Baumarktes teil.

Laut Lohse weckte die europaweit niedrigste Kartoffelernte aller Zeiten bei den Erzeugern und Händlern zunächst sehr hohe Erwartungen: In Hinblick auf die Marktlage sei die Hoffnung groß gewesen, dass Spitzen-Preise erzielt werden. Doch im Herbst vergangenen Jahres seien die Aussichten stark getrübt worden, so Lohse: In den zahlreichen Medienberichten über hohe Lebensmittelpreise habe die Kartoffel ungerechtfertigterweise immer wieder als Beispiel herhalten müssen.

Höhere Erzeugerpreise seien für die Verbraucher zwar kaum spürbar, weil der Preisanstieg relativ gering sei, meint Lohse. Doch die deutschen Konsumenten hätten sich beim Kartoffel-Kauf aufgrund der Negativ-Berichterstattung äußerst zurückhaltend gezeigt. Der Jahresverbrauch bei der Speisekartoffel sei deshalb deutlich niedriger als in den Vorjahren gewesen. „Das hat unsere Arbeit außerordentlich erschwert“, resümierte der Saatzucht-Geschäftsführer.

Er zeigte sich sehr zufrieden darüber, dass es der genossenschaftlichen Speisekartoffelvermarktungsgesellschaft HNG letztlich gelungen sei, die Erzeugerpreise über das Jahr relativ hoch zu halten. Dass die Landwirtschaft angesichts hoher qualitativer Anforderungen durch Staat, Handel und Verbraucher für ihre Produkte auskömmliche Preise benötige, dürfe nicht nur ein politisches Lippenbekenntnis sein, sondern müsse auch in der Realität gelebt werden.
Bei den Pflanzkartoffeln zog Lohse eine äußerst positive Bilanz: Die Knollen ließen sich besonders im Ausland sehr gut vermarkten. Das Exportgeschäft für die von der Saatzucht vermehrten Pflanzkartoffeln läuft über das Vertriebsunternehmen Europlant Pflanzenzucht GmbH, dessen Gesellschafter die Stader Genossenschaft ist.
Nach Auskunft von Lohse hat sich die Europlant an einem türkischen Kartoffelhandelsunternehmen beteiligt, um die Sparte Kartoffelzüchtung und -vertrieb weiter zu stärken. Zudem wurden die Aktivitäten in Nordamerika ausgebaut: „Heute müssen wir uns auf globalen Märkten behaupten und uns dafür zukunftssicher aufstellen“, begründete Lohse die Entscheidung für diese weitere Vertiefung der internationalen Vernetzung.

HNG-Geschäftsführer Volker Peters und Europlant-Prokurist Andreas Klaffke gaben im Anschluss einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr. Beide waren sich einig, dass die in Europa insgesamt vergrößerte Kartoffelanbaufläche eine große Herausforderung darstelle. Wichtig sei, dass auch die Exportmärkte rechtzeitig und mit qualitativ hochwertigen Kartoffeln bedient werden.