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Macher der Region: Der engagierte Karl Röhrs hat ein Herz für Kinder und Kaninchen

Karl Röhrs mit einem seiner Alaska-Kaninchen
 
Im Jahr 2003 rief Karl Röhrs die Initiative "Senioren helfen Kindern" ins Leben
bim. Hollenstedt. Weil er als Verwaltungsmitarbeiter der Samtgemeinde Hollenstedt wusste, wo bei den Kindergärten "der Schuh drückt", gründete er die Initiative "Senioren helfen Kindern". Und auch für Tiere hat er ein großes Herz, setzt sich als Kaninchenzüchter und langjähriger Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins Heidenau für optimale Haltungsbedingungen ein: Karl Röhrs (70) aus Hollenstedt.
Der gebürtige Schwalinger (Heidekreis) ging 1959 mit 13 Jahren beim Kaufhaus Kück in Hollenstedt in die Lehre als Einzelhandelskaufmann und erhielt mit 16 Jahren seinen Kaufmannsgehilfenbrief. Es folgten Beschäftigungen in Feinkostläden in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) und Hamburg. "Die Verbindung zu Hollenstedt habe ich immer gehalten", sagt Karl Röhrs, der seit 1960 Mitglied des dortigen Schützenvereins und als Querflötist im Spielmannszug ist, in dem er heute noch "in der zweiten Reihe" - wie er sagt - die Jugendausbildung unterstützt. Außerdem gehörte er früher der Akrobatikgruppe von Günter Wendisch im TuS Jahn an.
An der Kasse des Kaufhauses Kück lernte er auch seine Frau Margot kennen, mit der er in diesem Jahr goldene Hochzeit feiert. Seit 1966 wohnt das Paar in Hollenstedt, baute dort 1971 ein Haus.
Um nicht mehr täglich die Tour nach Hamburg auf sich nehmen zu müssen, fing Karl Röhrs 1976 als Verwaltungsangestellter bei der Samtgemeinde Hollenstedt an. Als jemand für die Kämmerei gebraucht wurde, war der Kaufmann Karl Röhrs der richtige Mann. Zudem wurde er 1977 Standesbeamter.
2003 ging er in Altersteilzeit und rief "Senioren helfen Kindern" ins Leben. Von Beginn an war Ludwig Hauschild, pensionierter Gärtnermeister und Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Estetal, dabei. Nach und nach kamen weitere Mitstreiter hinzu. Derzeit engagieren sich elf Senioren.
Eine Schaukel, eine Sandmatsch-Anlage oder eine Bobbycar-Bahn bauen, Klettergerüste reparieren, Flächen pflastern, Hecken schneiden - die Aufgaben, die die Mitglieder der "Senioren helfen Kindern" ehrenamtlich übernehmen, sind vielfältig. "Es gibt keinen Kindergarten in der Samtgemeinde, in dem wir noch nicht geholfen haben", sagt Karl Röhrs. Die Rentner retteten kürzlich auch den Spielplatz der Grundschule Moisburg, der aus Sicherheitsgründen ein Jahr lang gesperrt war und ohne den Einsatz der Senioren wohl nicht so schnell wieder nutzbar gewesen wäre (das WOCHENBLATT berichtete). Neben ihrer Arbeitskraft bringen die Senioren teilweise auch ihr Werkzeug mit. Und sie sind dankbar für die Unterstützung mehrerer Sponsoren, deren Spenden die Hilfe erst ermöglichen. "Oberste Priorität bei allen Baumaßnahmen hat die Sicherheit", betont Karl Röhrs. So werden alle Geräte entweder vom Sicherheitsbeauftragten der Samtgemeinde oder einem Sachverständigen abgenommen.
Karl Röhrs' Erfahrung und Wissen sind auch in der Kaninchenzucht gefragt. So verfasst er auch schon mal Artikel für Fachzeitschriften wie über "verlustfreie Jungtieraufzucht". "Die Sterberate der Tiere hängt immer davon ab, wie man sie hegt und pflegt, ihre Stallungen trocken und sauber hält, ihnen viel Licht und frische Luft zukommen lässt", sagt Karl Röhrs. Ihm hat es die Rasse Alaska angetan, u.a. wegen ihres glänzenden Fells. "Von der Ästhetik her gibt es keine schöneren Tiere", schwärmt Röhrs. Derzeit hält er 20 Alaska, im März beginnt wieder die Jungtierzucht. An Preisen hat er schon alle abgeräumt, die es gibt, war u.a. Deutscher Meister der Kaninchenzucht. Unzählige Pokale in seinem Büro zeugen von seinen Erfolgen. Außerdem ist Karl Röhrs Ehrenmitglied im Landesverband.
29 Jahre lang - von 1974 bis 2005 - war er Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins Heidenau. Inzwischen ist er Pressewart und zeichnet bis heute bei den Schauen für die Dekoration der Ausstellungshalle verantwortlich. "Weil die Außendarstellung des Vereins wichtig ist", sagt er. "Wir haben Glück, dass unser Verein mit 27 Mitgliedern und fünf Jugendlichen so gut aufgestellt ist", freut sich der 70-Jährige. Denn manche Nachbarvereine seien überaltert. Hinzu komme in Städten das Problem, dass manche Bebauungspläne oder zu keine Grundstücke die Kleintierhaltung unmöglich machen.
Wenn neben dem ganzen Engagement noch Zeit bleibt, ist Karl Röhrs gerne in seinem Garten. Dort baut er Obst, Kräuter und Gemüse an, das seine Frau Margot in leckere Gerichte verwandelt.