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Eine Kanzler-Tanne aus Wenzendorf

„Die Spitze darf auf gar keinen Fall abbrechen!“ Bernd Oelkers (re.), Eigentümer des gleichnamigen Hofes in Wenzendorf (Samtgemeinde Hollenstedt) überwachte die Verladung einer 15 Meter hohen und fast 30 Jahre alten Nordmanntanne gemeinsam mit Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, mit Argusaugen. Der Baum ist für das Kanzleramt bestimmt. Am Donnerstag wird der Weihnachtsbaum offiziell an Angela Merkel übergeben.
 
Ein NDR-Team filmt Bernd Oelkers bei den Vorbereitungen für den Transport der Kanzler-Tanne

Hof Oelkers liefert 15 Meter hohe Nordmanntanne für Kanzlerin Angela Merkel nach Berlin.



mum. Wenzendorf/Berlin.
Bernd Oelkers, Inhaber des gleichnamigen Hofes in Wenzendorf, war die Anspannung deutlich anzumerken. Immer wieder kontrollierte er den Sitz der Tragegurte und vergewisserte sich, dass die riesige Nordmanntanne auch wirklich unbeschadet auf den Spezialtransporter gehoben wurde. „Vor allem der Spitze darf nichts passieren.“ Kein Wunder, denn der gut 15 Meter hohe Baum soll ab Donnerstag im Innenhof des Kanzleramtes für Angela Merkel und ihre Gäste erstrahlen. „Da gibt man sich schon etwas mehr Mühe“, so Oelkers lächelnd. Tatsächlich hat sich sein Betrieb längst auf „Tannen für Persönlichkeiten“ spezialisiert. Das erste Mal lieferte Oelkers 2004 einen Baum nach Berlin. „Da war Gerhard Schröder noch Kanzler“, erinnert sich der Hof-Eigentümer. „Es spielt also keine Rolle, welche Partei gerade den Kanzler stellt. Voriges Jahr durfte Oelkers eine Tanne an die Adresse „Schloss Bellevue“ liefern. „Das war eine Premiere“, so Oelkers. Im Gegensatz dazu bekommt die Staatskanzlei in Hannover jedes Jahr einen Baum aus dem Landkreis Harburg - zuletzt eine fünf Meter hohe Nordmanntanne. Hinter der Aktion steht der Waldeigentümer- und Waldbesitzerverband Niedersachsen. „Jedes Jahr stellt ein anderes Bundesland den Kanzler-Baum zur Verfügung“, sagt Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Allerdings würden dafür nur 13 Bundesländer in Frage kommen. „Mit der Nordmanntanne setzen wir ein Zeichen in Berlin“, so Leben. „Sie steht für unsere Verwurzelung im ländlichen Raum und für unsere lange Tradition der nachhaltigen Forstwirtschaft.“ Gemeinsam mit Oelkers werde er den Baum persönlich am Donnerstag an Kanzlerin Merkel übergeben. „Bislang hat sie sich auch immer etwas Zeit für uns genommen. Ich hoffe, dass ist auch dieses Mal wieder der Fall“, so Leben. Bei dieser Gelegenheit bestehe die Möglichkeit, der Kanzlerin die Sorgen und Nöte der Waldbesitzer zu schildern.
Die Nordmanntanne aus Wenzendorf ist 27 Jahre alt und würde wohl fast 5.000 Euro kosten, wenn Oelkers sie der Kanzlerin in Rechnung stellen würde. Doch der Verband übernimmt die Kosten - auch für den aufwendigen Transport. Um durch das Portal des Kanzleramtes zu fahren, darf der Transporter eine gewisse Höhe nicht überschreiten. Das Schmücken übernimmt eine Fachfirma.

Bäume bis zwei Meter sind gefragt

Hof Oelkers - zuvor ein rein landwirtschaftlicher Betrieb - hat sich unter anderem auf Weihnachtsbäume spezialisiert, die dort seit 50 Jahren produziert werden. Etwa 30 bis 40 Prozent der Bäume werden exportiert - in die Niederlande, nach Großbritannien, Frankreich, Irland und Polen, aber auch nach Ägypten, Kenia und Dubai.
Als Waldeigentümer verfügt Bernd Oelkers über eine Fläche von rund 50 Hektar. Er ist Mitglied in zwei Forstbetriebsgemeinschaften und im Waldbesitzerverband Niedersachsen. Sein Familienbetrieb steht für die nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Oelkers geht davon aus, dass die Kunden dieses Jahr eher kleine Bäume - etwa 175 bis 200 Zentimeter - favorisieren werden. Die Preise bleiben stabil. Eine Nordmanntanne kostet pro Meter etwa 19 bis 24 Euro. Günstiger sind Blautanne (elf bis 14 Euro) und Fichte (sieben bis zehn Euro).