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Jesteburger FDP kritisiert: „Die Gemeinde ist untätig!“

Die FDP-Politiker Philipp-Alexander Wagner (li.) und Reimer Siegel kritisieren die „Untätigkeit der Gemeinde“ (Foto: oh)

"Die Gemeinde ist untätig!“ Die Jesteburger FDP übt Kritik an der Entwicklung des Clement-Areals im Dorfzentrum. Seit einem Jahr herrsche Stillstand.

mum. Jesteburg. „Das ist eine gute Geldanlage“, hieß es von den Politikern beim Kauf des Grundstücks. Eine Million Euro hatte die Gemeinde Jesteburg im Oktober 2012 für den Kauf des etwa 5.400 Quadratmeter großen Clement-Areals im Herzen des Dorfes ausgegeben. Kritiker monierten schon damals den hohen Preis. Immerhin hatten sich vorher mehrere Makler vergeblich bemüht, das Grundstück an den Mann zu bringen.
1.500 Quadratmeter, bebaut mit einem denkmalgeschützten Haus, wurden von der Gemeinde für 100.000 Euro an den örtlichen Investor Hossein Salehmanesh veräußert. Später folgten weitere 600 Quadratmeter für 30.000 Euro. Die Verkäufe waren verbunden mit der Auflage, das denkmalgeschützte Haus zu sanieren, beziehungsweise vorhandene Gebäude abzureißen. Bislang ließ Salehmanesh allerdings nur die alte Bäckerei abreißen und das Reet vom Dach des angrenzenden Fachwerkhauses entfernen. Das ist der FDP deutlich zu wenig.
„Seit mehr als einem Jahr ist auf dem Grundstück kein Fortschritt erkennbar. Viele Bürger ärgern sich und fragen, warum es nicht weitergeht“, sagt FDP-Ratsherr Reimer Siegel. Bereits heute stehe fest, dass im Fall einer Verwertung des restlichen Grundstücksteils die Gemeinde ihren gezahlten Kaufpreis nur teilweise wieder rein bekomme. „Ein Schaden von über einer Viertelmillion Euro ist nicht unwahrscheinlich“, so Siegel.
Vor diesem Hintergrund kritisiert die FDP, dass bis zum heutigen Tag seitens der Gemeinde keine eigenen Aktivitäten zum Verkauf des Restgrundstücks unternommen wurden. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Gemeinde nur auf einen Investor wartet. Eigene Verkaufsbemühungen, wie etwa Beauftragung eines Maklers oder eine Ausschreibung, unternimmt die Gemeinde nicht“, so Siegel weiter.
Ob bezüglich des Restgrundstückes die Ideen der Jesteburger Axel Brauer und Ole Bernatzki mit einem Ärztehaus (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) realisiert werden können, sei offen. „Ein tragfähiges und durchfinanziertes Projekt liegt jedenfalls noch nicht vor“, sagt das FDP-Urgestein Siegel. Aber selbst wenn Brauer und Bernatzki als Investoren bereit stünden, würde das die derzeitige Untätigkeit der Gemeinde nicht rechtfertigen. „Das wäre so, als wenn Sie Ihr Auto verkaufen wollen, Sie es aber nur einem Interessenten zeigen. Hier wird mit dem Vermögen der Bürger schludrig umgegangen“, ergänzt der FDP-Vorsitzende Philipp-Alexander Wagner.
Für die beiden Liberalen ist klar: „Ohne mehr Anstrengungen der Gemeinde wird das Grundstück im schlimmsten Fall eine wenig ansehnliche Baulücke bleiben und der Schaden dann sogar 900.000 betragen.“