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„Udo kann Jesteburg!“ - Wirklich?

Mit dieser Broschüre geht die SPD auf Stimmen-Jagd

Auf ein Wort: Warum die SPD-Broschüre ein Flopp ist.

Leere Floskeln und große Versprechungen sind im Wahlkampf leider tägliches Brot. Keine Ausnahme bildet da das jüngst verteilte Heftchen der SPD. „Udo kann Jesteburg!“ steht auf dem Titel. Gemeint ist Bürgermeister Udo Heitmann, den die Genossen auch gern nach dem 11. September als Gemeindeoberhaupt sehen wollen. Doch „Wahlprogramm kann Udo nicht“ - leider.
Ein paar Beispiele: „Wo andere Parteien einen Supermarkt bauen wollten, entwickelt sich die Ortsmitte als das neue Schmuckstück Jesteburgs; das Försters Hus und seine Umgebung wird kulinarisch und optisches Zentrum unseres Dorfes“, ist in dem Heftchen zu lesen. Was die Genossen verschweigen: Finanziell hat sich der Deal nicht gelohnt. Für das Clement-Areal zahlte Jesteburg 1,1 Millionen Euro. Bislang gingen 2.100 Quadratmeter, bebaut mit einem denkmalgeschützten Haus, für 130.000 Euro an Hossein Salehmanesh. Der Grundstücksverkauf an Axel Brauer, der ein Gesundheitszentrum auf der Restfläche plant, soll weitere 620.000 Euro bringen. Fakt ist aber: Obwohl Brauer im Januar 2015 den Zuschlag bekommen hat, gab es noch immer kein grünes Licht. Vielleicht ja am heutigen Mittwoch. Der Bauausschuss beschäftigt sich wieder mit dem Thema. Einen Schritt weiter ist Hossein Salehmanesh. Das Försters Hus ist wunderschön geworden; sehenswert auch die Außenanlagen. Doch einen Gastronomen hat der Jesteburger Unternehmer noch nicht gefunden. Also kein kulinarisches Zentrum.
„Jesteburg hat ein vielfältiges Einzelhandelsangebot. Den Plan, einen attraktiven Verbrauchermarkt in Jesteburg zu etablieren, werden wir energisch weiter verfolgen“, ist auch zu lesen. Der geneigte Leser fragt sich, warum das auf einmal so vage formuliert ist. Kein klares Bekenntnis zu Famila und dem ehemaligen Festhallen-Areal?
„Kultur ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Jesteburg. Das entwickeln wir in den kommenden Jahren intensiv weiter“, heißt es in dem Blatt. Doch dass 50 Prozent des frei zu vergebenen Budgets (insgesamt 50.000 Euro) ausschließlich der Kunststätte Bossard zugute kommen, spricht nicht gerade für eine vielschichtige Förderung.
Die Heitmann-Broschüre hat viele bunte Seiten. Aber was der Bürgermeister konkret will und wie er es erreichen möchte, erfährt der Wähler nicht. Eine Position zum Thema Wirtschaft gibt es übrigens nicht. Und: Wie will Heitmann seine vielen Versprechen bloß finanzieren?
Sascha Mummenhoff