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Fast ein kleines Wunder: Unfallopfer Sven Heck fährt wieder Autorennen

Sven Heck ist ein Stehaufmännchen. Keine vier Jahre nach dem Unfall fährt er wieder Rennen. Seine Lebensgefährtin Sabine Weinke unterstützt ihn als Beifahrerin, die Firma NDS als Sponsor
 
Treten im Zweier-Team an: Sven Heck und seine Lebensgefährtin Sabine Weinke
bc. Jork. Zerquetscht von einem Transporter: ein Schicksal, das Sven Heck (44) beinahe widerfahren wäre. Keine vier Jahre später fährt der Mann aus Jork wieder Autorennen. Eine Geschichte fast wie ein kleines Wunder.

Der 18. Dezember 2010 veränderte alles im Leben von Sven Heck. Der damals 40-Jährige Tostedter muss einen Reifen seines Sprinters wechseln, er krabbelt unter das vollbeladene Gefährt, der Wagenheber bricht. Ein Albtraum beginnt!

Sven Heck wird unter dem tonnenschweren Fahrzeug begraben: "Ich dachte, ich sterbe. Ich dachte wirklich, das war es jetzt." Sein Glück sind vier Männer, die zufällig vorbeikommen, und den Wagen hochwuchten. Sie ziehen ihn heraus. Nur deswegen kann der gelernte Kfz-Mechaniker heute noch seiner PS-Leidenschaft nachgehen.

Auf dem Weg ins Krankenhaus muss Heck reanimiert werden. Er hatte sich zwei Halswirbel, acht Rippen und das Schlüsselbein gebrochen. Das WOCHENBLATT berichtete bereits kurz nach dem Unfall über das Schicksal des Mannes. Damals, Ende 2010, verschwendete er keinen Gedanken daran, jemals wieder Autorennen fahren zu können.

"Die Ärzte meinten, es ist ein Wunder, dass ich überlebt habe", erzählt Sven Heck heute. Er sagt diesen Satz so staubtrocken, als ob er gerade den Wetterbericht rezitiert. Es wirkt, als hätte er das Erlebte komplett verarbeitet. Der Schein trügt. Die Nahtod-Erfahrung hat ihn geprägt: "Ich wache oft nachts schweißgebadet auf."

Noch heute wagt er sich nur mit viel Muffensausen unter eine große Hebebühne, Wagenheber sind ganz tabu. Für einen passionierten Schrauber, der jede freie Minute an seinem Renner bastelt, ein echtes Problem. Eine Therapie hat Sven Heck nie gemacht. Mit seiner neuen Lebensgefährtin Sabine Weinke spricht er über seine Ängste.

Sie unterstützt ihren Freund, wo sie kann, hilft beim Tunen, beim Einbau und ist bei Wettfahrten Beifahrerin. Road Runner Racing heißt Sven Hecks Team. Sein selbst zusammengeschraubter Ford Escort hat mit ca. 230 PS mächtig Wumms unter der Haube.

Gerne hätte er jedoch wieder einen Citroen AX, so wie früher. Seine Leidenschaft ist nämlich nicht Rally-, sondern Autocross. "Rallycrosser sind Spießer", sagt Heck mit einem Augenzwinkern.

Der Unterschied: Statt auf wechselnden Belägen (Schotter, Asphalt) driften Autocrosser ausschließlich über Erde, Sand oder Schotter. 2008 holte Heck die Meisterschaft beim Autocross.

Nach seinem Comeback lässt ein Treppchenplatz auf sich warten. Was nicht ist, kann ja noch werden. Mit dem Neu Wulmstorfer Reparatur-Service "NDS" hat Sven Heck schon mal einen Sponsor gefunden. Trotzdem sucht er weiter nach Geldgebern, die ihn bei der Ausübung seines nicht ganz billigen Hobbys unterstützen. Bei einem Rennwochenende gehen mehr als 2.000 Euro für Reifen, Startgeld und Benzin drauf.

Durch Hecks Adern scheint Motorenöl zu fließen. Handcreme oder andere ölige Pflegeprodukte hasst er wie die Pest. "Wenn seine Schulter schmerzt, würde er am liebsten mit Motorenöl massiert werden", sagt Sabine Weinke grinsend. Sie hatte genau wie ihr Freund auch am 18. Dezember 2010 einen Unfall. Bei Weitem nicht so folgenreich, aber dennoch verbinden solche Ereignisse.

Seinen Geburtstag hat Sven Heck 40 Jahre lang im Februar gefeiert, seit vier Jahren feiert er ihn auch im Dezember.

• Wer Interesse hat, Sven Heck zu sponsern, kann sich per E-Mail an sabineweinke@hotmail.de melden