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"Kaputte Boards sind kostbar"

Christoph Reimers' Geschäftsidee ist so einfach wie genial: aus ausrangierten Skateboards werden allerhand neue Produkte
bc. Jork-Moorende. Ideen muss man haben. Als Christoph Reimers noch selbst auf dem Skateboard stand, hat er sich aufs Fahren und Tricksen konzentriert. Heute interessieren ihn ausrangierte Decks. Der 28-jährige studierte Landwirt aus Jork-Moorende recycelt zusammen mit seinem Freund Tim Müller (29) alte Skateboards und wandelt sie in kreative neue Produkte um. Der Renner sind Topfuntersetzer für 18 Euro das Stück. Von denen verkauft die junge Firma "207" mittlerweile mehr als 100 im Monat. Und das junge Duo will das Geschäft weiter ausbauen. "Mich hat es fasziniert, die Form des Skateboards zu abstrahieren", sagt Christoph Reimers.

Die Geschäftsidee ist so einfach wie genial: "Kaputte Skateboards sind kostbar." Der Geistesblitz traf den Jungunternehmer im Winter 2008, als er zum ersten Mal die Stichsäge in der heimischen Werkstatt in die Hand nahm und aus alten Boards Topfuntersetzer zurechtsägte. "Den ersten habe ich an meine Oma verschenkt. Die fand ihn toll", erzählt Christoph Reimers. Fahrt nahm die ganze Geschichte drei Jahre später auf, als ihn auf einem Kunsthandwerkermarkt in Hamburg eine Ladenbesitzerin aus St. Pauli ansprach, die begeistert war von der Kreativität der Altländer. Sukzessive baute Reimers ein Verkaufsnetz auf. Schnell waren weitere Artikel erfunden: Armreifen, Ohrstecker, Eierbecher, Serviettenringe, Weihnachtsdeko, etc.

35 Läden in ganz Deutschland und den Niederlanden verkaufen derzeit die recycelten Skateboards von "207". "Eine richtige Zielgruppe gibt es nicht", sagt Christoph Reimers. Vor allem Designaffine und Ästheten haben Lust auf die individuellen, handgefertigten Einzelstücke aus dem Alten Land.

Knackpunkt ist der Materialnachschub. Anfangs sammelten die Jungunternehmer die alten Decks der Kumpels ein, jetzt kaufen sie Ausschussware auf und arbeiten mit Skateshops und Skatehallen zusammen. "Wir haben an die 40 Recycling-Partner gewinnen können", sagt Christoph Reimers. Der Clou ist auch gut für Umwelt: In Zusammenarbeit mit der Plattform "rideforearth.com" pflanzt "207" pro fünf wiederverwerteten Boards einen Baum in den Alpen.

Das Potenzial ist riesig. Weit mehr als 100.000 Skateboards werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Ob Christoph Reimers und sein Geschäftspartner irgendwann hauptberuflich ins Skateboard-Recycling einsteigen, ist ungewiss: "Eigentlich soll das Ganze für uns ein Nebenerwerb bleiben." Einen Namen haben sich die Jungs in der Szene schon jetzt gemacht.

www.zweihundertsieben.de