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Bürgermeisterwahl in Neu Wulmstorf: „Ich bin ein Praktiker und kein Träumer!“

Wolf Rosenzweig will Bürgermeister bleiben (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Matthias Weigmann (CDU) will Bürgermeister in Neu Wulmstorf werden, Amtsinhaber Wolf Rosenzweig (SPD) seinen Platz behalten. Das WOCHENBLATT interviewte beide Kandidaten im Vorfeld der Wahl am Sonntag, 25. Mai.

WOCHENBLATT: Warum sind Sie der bessere Bürgermeister für Neu Wulmstorf, Herr Rosenzweig?

Wolf Rosenzweig: Mit mir hat Neu Wulmstorf einen Bürgermeister, der mit aller Kraft daran arbeitet, dass unsere Gemeinde sich weiterentwickelt zu einem liebenswerten, familienfreundlichen, modernen und wirtschaftlich aufstrebenden Wohn- und Standort und für den der Bürgerwille etwas zählt und der das Gespräch sucht. Gleichzeitig verfüge ich über langjährige Erfahrung in der Führung einer modernen Kommunalverwaltung, die sich als Dienstleister versteht.

WOCHENBLATT:
Wie wollen Sie die bürgernahe Verwaltung ausbauen?

Rosenzweig: Dies ist ein ständiger Prozess. Dazu gehören nicht nur Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten der Verwaltung. Genau so wichtig ist es, anstehende Entscheidungen und Planung noch transparenter zu machen. Hierfür werde ich auch in Zukunft das Gespräch mit den Bürgern, den Vereinen, den Institutionen und den Vertretern der Wirtschaft suchen und führen, um gemeinsam zu realisierbaren Lösungen für Neu Wulmstorf zu kommen.

WOCHENBLATT: Wohn- und Gewerbegebiete sind so gut wie voll. Wie wollen Sie den drohenden Stillstand abwenden?

Rosenzweig: Hier kann ich Ihnen nicht zustimmen. Wir werden in naher Zukunft ein Kataster erstellen, um die vorhandenen Flächen für Wohnbebauung im Innenbereich zu erfassen. Richtig ist, wir können - allein auf Grund der Gesetze - nicht mehr über großflächige Bebauung im Außenbereich nachdenken. Gewerbeflächen sind vorhanden - nur leider nicht im Besitz der Gemeinde, so dass Verhandlungen und Ansiedlungen kompliziert sind. Daran gilt es zu arbeiten.

WOCHENBLATT: Ihnen wird vorgeworfen, dass ihnen die Zukunftsvisionen fehlen. Sind Sie zufrieden mit dem Status quo?

Rosenzweig: Mir geht es um Ziele und Strategien für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde - Ziele, die beeinflussbar, eindeutig, messbar und umsetzbar sind. Dazu gehören viele kleine und große Ziele, von der Schulentwicklung über Verkehr, Wirtschaft, neue Wohnformen, Sport, Freizeit, Beibehaltung des Charakters der Ortschaften, Berücksichtigung ökologischer Fragen bis hin zu stabilen Finanzen. Status quo und Visionen gehören nicht zu meinem Sprachgebrauch - ich bin ein Praktiker und kein Träumer.

WOCHENBLATT: Neu Wulmstorf 2025 scheint ein Rohrkrepierer zu werden. Nur wenige Bürger wollen sich an dem Zukunftskonzept beteiligen: Haben Sie das Thema falsch angepackt?

Rosenzweig: Das sehe ich anders. Ziel des Konzeptes ist es, gemeinsam Ziele für die Zukunft Neu Wulmstorfs zu finden und festzuschreiben. Bei diesem Prozess hat der Rat festgelegt, dies nicht allein zu entscheiden, sondern möglichst viele Bürger zu beteiligen. Richtig ist, die Beteiligung aus der Bevölkerung hätte größer sein können, trotzdem wird der Rat auf der Basis der Vorschläge aus den öffentlichen Foren über ein Zukunftskonzept abstimmen können.

WOCHENBLATT: Formulieren Sie ein klares Statement für oder gegen den Bau eines neuen Verbrauchermarktes auf dem Meyn-Gelände.

Rosenzweig: Die gegenwärtige Diskussion ist von Bauchgefühlen bestimmt. Für ein Ja oder Nein benötigt der Rat belastbare Aussagen - z.B. zu Fragen der Auswirkungen auf den Handel und Verkehr. Ich bin daher froh, dass der Rat mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss gefasst hat. So bekommen wir diese Aussagen. Zusätzlich gilt es auch, die Bürger zu beteiligen. So wird dann mein Bauchgefühl für die Ansiedlung sachlich untermauert oder entkräftet werden.

WOCHENBLATT:
In einem Satz: Darum will ich Bürgermeister bleiben!

Rosenzweig: Weil ich immer noch Leidenschaft für dieses Amt, die Menschen und die Aufgaben in dieser Gemeinde in mir spüre!
Hier geht es zum Interview mit Herausforderer Matthias Weigmann.