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1.000 Elektro-Hippies auf dem Maisacker in Himmelpforten

Musikalische Friedensbotschaft: Morgaine und Tjorben (Foto: Shining/Michael Hentschel)
 
Morgaine und Tjorben sind live dabei (Foto: Morgaine und Tjorben)

Goa auf der Geest: Kontrolle und Auflagen für Shining-Veranstalter  Michael Hentschel / "Peace" ist das Motto


tp. Himmelpforten. Die einen wollen friedlich zu ihrer Lieblingsmusik feiern und freuen sich schon riesig auf das "Shining"-Festival auf der Stader Geest bei Himmelpforten, die anderen reagieren sensibel auf tieffrequente Bummerbässe, die vom Veranstaltungsgelände in Wohngebiete dringen könnten. Und Veranstalter und Organisator Michael Hentschel (31) tut es wieder: Trotz der Wiederstände der vergangenen Jahre lädt er von Freitag, 10. August, 13 Uhr, bis Sonntag, 12. August, 18 Uhr, zum fünften "Shinig"-Festival mit elektronischer Musik im Trance- und Goa-Stil ein. Familienvater Hentschel, der als Veranstaltungstechniker arbeitet, spricht erwartungsvoll von dem "größten Familientreffen des Nordens". Der Vorverkauf für das internationale Event, das von rund 200 Besuchern im Jahr 2014 auf nun erwartete 1.000 Fans wuchs, hat begonnen. Unterdessen trifft man bei der Samtgemeinde Oldenorf-Himmelpforten und beim Landkreis Stade Vorkehrungen, um Anwohner vor Lärm zu schützen.

Michael Hentschel hat nach eigenen Angaben bereits die Genehmigung für das Festival nahe der Windräder im Himmelpfortener Ortsteil Kuhla. Auf einem 4,2 Hektar großen Acker im Mais schaffen fünf Kreativ-Teams mit besonderer Beleuchtung und Dekoration im indischen Stil ausgefallene Party-Atmosphäre. Mehr als 40 Szene-DJs und Gruppen treten auf zwei Bühnen auf. Highlight zum Auftakt ist das Akustik-Konzert des angesagten Hippie-Duos Tjorben und Morgaine alias "Sternenkinder". "Sie bringen musikalisch eine Friedensbotschaft unters Volk", sagt Michael Hentschel, der hofft, dass die Peace-Stimmung auch die Nachbardörfer Himmelpforten und Oldendorf erfasst. Immerhin 211 Anwohner hätten im vergangenen Jahr bereits einträchtig mitgefeiert, "sogar Rentner waren dabei", so Hentschel. Er gewährt Nachbarschafts-Rabatte von 50 Prozent auf den Kartenpreis von 35 Euro.

Die Feuerwehr bekommt voraussichtlich ein Fass Freibier. Auf dem Gelände werden Spendenbüchsen aufgestellt. Der gesammelte Betrag wird - mit einem Obulus der Veranstalters - später dem Kindergarten Himmelpforten übergeben.

Alle Weichen sind also auf gutes Einvernehmmen mit der Wohnbevölkerung gestellt. Das Motto "Peace" gilt auch auf dem Gelände mit "Elfen-Wald"-Bar und einer gemütlichen Chill-Out-Zone mit magischen Klängen und Früchten gratis. Mit Duschen und beleuchteten Toilettenwagen ist für das körperliche Wohlergehen der Gäste gesorgt.

In den Vorjahren gab es, wie berichtet, Reibereien mit der Kommune - vor allem wegen Lärmbeschwerden. Die Organisatoren wechselten daraufhin den Veranstaltungsort vom Ortsrand von Himmelpforten über Blumenthal nach Kuhla.

Im vergangenen Jahr setzte Hentschel nach eigenem Bekunden vor dem Verwaltungsgricht gegenüber der Samtgemeinde eine Lockerung der Lärmschutzauflagen durch. Während die Kommune absolute Nachtruhe forderte, darf der Schallpegel bis Mitternacht 70 Dezibel und bis 2 Uhr 55 Dezibel betragen. Bis 8 Uhr morgens liegt die Grenze bei 45 Dezibel bei reduzierte Bässen. Im Laufe der Veranstaltung werden akustische Messungen durchgeführt. Bei einem Verstoß dagegen, aber auch bei Sachbeschädigung oder Müllproblemen, droht ein Ordnungsgeld von 2.500 Euro, das Hentschel als Kaution hinterlegte.

Samtgemeinde-Chef Holger Falcke teilt schriftlich mit: "Ein Verbot der Veranstaltung - wie von manchem gefordert - ist rechtlich nicht zulässig." Die einzuhaltenden Lärmwerte würden in diesem Jahr erstmalig vom Landkreis vorgegeben und mit überwacht. Falcke hofft, "dass mit etwas Rücksichtnahme des Veranstalters Störungen der Bevölkerung vermieden werden können".

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