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Der große Knall blieb aus beim Postkutschen Verein

Der Vorstand (v. li.): Schriftführerin Renate Schnitter, 2. Vorsitzender Marco Stöver, Vorsitzender Frank Parbst und Kassenwart Andreas Pfeil
 
Übte scharfe Kritik: Dietrich Schmanns

mi. Klecken. Es läuft nicht rund beim Verein Postkutsche Lüneburger Heide. Nach dem Vorstandswechsel vergangenes Jahr zeigte sich jetzt auf der Jahreshauptversammlung, dass nicht alle Mitglieder mit der neuen Führung zufrieden sind. Vor allem der ehemalige Vorsitzende Dietrich Schmanns übte offene Kritik. 28 Vereinsmitglieder waren zu dem Treffen im „Olen Fösterhuus” im Klecker Wald erschienen.

Hintergrund: Nach seinem Amtsantritt hatte der neue Vorstand schnell alte Zöpfe abgeschnitten und Neues, wie zum Beispiel eine Kooperation mit dem Heimatverein Eckel und ein Ferienprogramm für Kinder etabliert. Vor allem ältere Vereinsmitglieder konnten den Programmänderungen offenbar nichts abgewinnen. Einen Sprecher fanden sie in ihrem ehemaligen Vorsitzenden Dietrich Schmanns. Auf der Jahreshauptversammlung kam es jetzt zum offenen Schlagabtausch. Auslöser war die Einladung zur Versammlung, in der der neue Vorstand Stellung zur Sanierungsbedürftigkeit des denkmalgeschützten Vereinssitzes, dem alten Forsthaus im Kleckerwald nahm.
Demnach müsse das Dach für mindestens 30.000 Euro erneuert werden, u.a. seien die Balken von Schädlingen befallen. Dazu komme eine Sanierung des Giebels, die bis zu 50.000 Euro kosten könnte. Außerdem sei das Gebäude unterversichert.
Den Brief, der durchsetzt war von Formulierungen wie „mit Entsetzen“ „desolater Zustand“ „kosmetische Reparaturen“, wurde von Dietrich Schmanns als Angriff auf seine Vorstandsarbeit verstanden. Pikant: Das Dach des Hauses wurde erst während der Amtszeit von Schmanns erneuert.
„Dieses Schreiben ist eine schlimme Unterstellung“, sagte Schmanns. Ihm sei bei der Erneuerung des Dachs garantiert worden, dass die Balken in Ordnung seien. Die Versicherungssumme sei von Gutachtern des Versicherers festgelegt worden. Außerdem werde vergessen, dass es jahrelang ungeklärt war, ob der Verein das Haus überhaupt behalten könne. Dass in einer solchen Situation keine großen Investitionen getätigt werden, sei logisch. Dazu rügte Schmanns den neuen Vorstand, er biete so gut wie nichts mehr für ältere Mitglieder an. Schmanns: „Wenn ich mir in meiner Vorstandszeit einen Fehler vorwerfe, dann, dass ich diesen Vorstand vorgeschlagen und gewählt habe.“
„Herr Schmanns niemand wirft ihnen hier etwas vor“, so der neue Vorsitzenden Frank Parbst. Zwar könne man sicher über den Stil des Schreibens streiten, es habe jedoch nur den Zweck gehabt, die Mitglieder zu informieren und Probleme offen anzusprechen. Frank Parbst warb um mehr Verständnis: „Wir machen das hier aus Überzeugung und für die Sache“. Direkter wurde Kassenwart Andreas Pfeil: „Herr Schmanns, warum fühlen Sie sich eigentlich angegriffen, sie haben von vornherein dem neun Vorstand das Leben schwer gemacht“, so Pfeil. Der Kassenwart rief die Mitglieder auf, sich wieder mehr auf das „Wir“ und das gemeinsame Ziel des Vereins zu besinnen. Allerdings zeigte sich, dass außer Schmanns auch andere Mitglieder unzufrieden sind. „Der Wechsel vom alten zum neuen Vereinsprogramm war zu krass“ oder „So geht man nicht miteinander um“, lautete die Kritik.
Dennoch, zum großen Knall kam es nicht. Bei einer Enthaltung wurden Frank Parbst und seine Mitstreiter entlastet. Auch eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags rückwirkend zum Beginn des Jahres auf jetzt 50 Euro trug die Mehrheit der Mitglieder mit. Zum Schluss einigte man sich darauf, in Zukunft versöhnlicher miteinander umzugehen.