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Der „Tietjenapfel“ ist der Apfel des Jahres

Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese (li.), Pomologe Eckart Brandt und Gudrun Hofmann (BUND Hamburg) pflanzen den Tietjenapfel im Entdeckergarten des Freilichtmuseums
Rosengarten: Kiekeberg-Museum | as. Rosengarten-Ehestorf. Der Tietjenapfel ist der „Apfel des Jahres“. Um die fast in Vergessenheit geratene Sorte zu erhalten, haben der Pomologe Eckart Brandt, Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese und Gudrun Hofmann, Vorstandsmitglied des BUND Hamburg, im Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg jetzt einen Baum dieser Sorte gepflanzt.
Als Zufallssämling Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt, war der süß-säuerlich schmeckende Tietjenapfel, auch als „Uphuser Tietzenapfel“ bekannt, in Uphusen beliebt. Dennoch hat es die robuste und anspruchslose Sorte, die vom Lehrer Friedrich Seebode in Uphusen entdeckt, vermehrt und nach dem Familiennamen seiner Frau benannt wurde, nicht über den Bremer Raum hinaus geschafft. Pomologen war die Sorte nur noch als Eintrag im Sortenverzeichnis bekannt, bis der NABU und Eckart Brandt sich in den 1990-er Jahren auf die Suche machten.
„Dieser Apfel ist besonders erhaltenswert“, sagt Eckart Brandt. Denn der Tietjenapfel ist an das norddeutsche Klima gewöhnt und wächst auch unter extremen Bedingungen, auf sandigen oder felsigen Böden. Dabei ist er besonders pflegeleicht. „Man kann nicht viel falsch machen“, so der Apfelexperte. Die Äpfel sind im Oktober reif und von Oktober bis Januar genießbar. Das feste Fruchtfleisch zeichnet sich durch eine „leicht holzige Note“ aus. „Der Apfel hat Charakter“, sagt Eckart Brand, und fügt hinzu: „Wer Elstar mag, dem wird auch der Tietjenapfel schmecken.“
• Auf dem Pflanzenmarkt am 22. und 23. April im Freilichtmuseum haben die Besucher Gelegenheit, den Tietjenapfel für den heimischen Garten zu erstehen.