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Hilfe kam erst aus Las Vegas

Nicht nachvollziehbare Vorschriften hätten dem Paar aus Rosengarten das Heiraten fast unmöglich gemacht (Foto: oh)
mi. Rosengarten.

Kürzlich berichtete das WOCHENBLATT über den Fall eines deutschen Paares aus Rosengarten, dem das dortige Standesamt die Heirat verweigerte. Der Grund: Es fehlt eine Heiratsurkunde, die die erste, 1999 in Las Vegas geschlossene und im Jahr 2004 in Hamburg geschiedene Ehe der Frau dokumentiert. Jetzt kam ganz unbürokratische Hilfe - aus Las Vegas

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Auseinandersetzungen mit dem Standesamt und ein endloser Schriftwechsel mit dem Familiengericht - alles war ergebnislos geblieben. Die Heiratsurkunde konnte im Original nicht beschafft werden, das Standesamt wollte aber nicht auf sie verzichten. Einziger Ausweg schien die Reise in die USA.
Unerwartete Hilfe erhielt das Paar jetzt aus Las Vegas. Als die Mitarbeiter der Archivbehörde in Nevada von dem speziellen Fall erfuhren, setzen sie alle Hebel in Bewegung, die Beschaffung der erforderlichen Dokumente ohne persönliches Erscheinen der Betroffenen möglich zu machen.
Und tatsächlich man fand eine „Einmalige Ausnahmeregelung“, um auf die nicht alltägliche Situation im Sinne der Betroffenen zu reagieren. „Die Dokumente sollen wir noch diese Woche erhalten“, freut sich das Paar.
Warum dem örtlichen Standesamt in diesem „einmaligen Ausnahmefall“ nicht auch die beurkundete, rechtskräftige Scheidung (bei der die Heiratsurkunde vorgelegen haben muss) als Ersatz für die Heiratsurkunde ausreichte, versteht das betroffene Paar aber nach wie vor nicht.
Mit dem Original-Dokument aus den USA hofft das Paar jetzt endlich in Rosengarten das Aufgebot bestellen zu können.

Kommentar:

Behördenhandeln das am Menschen vorbei geht
Kann ich geschieden werden, wenn ich nicht verheiratet war? Oder warum muss ich bei erneuter Heirat nicht nur meine Scheidungsurkunde, sondern auch die Heiratsurkunde der vorherigen Ehe zwingend vorlegen? ich bin bin mir sicher: Im Standesamt Rosengarten hat man einwandfrei nach Recht und Gesetz gehandelt.
Damit zeigt der geschilderte Fall einmal mehr, welche unsinnigen Gesetze es gibt und wie diese Vorschriften es unseren Verwaltungen leicht machen, am Menschen vorbei zu arbeiten. Standesbeamte, die wegen eines fehlenden Dokuments eine Bürokratie-Lawine lostreten, ohne den Betroffenen wirklich zu helfen, machen außerdem deutlich: Verwaltungshandeln und auch manches Gesetze sind oft nur in der Theorie zum Wohl der Bevölkerung. Mitja Schrader