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"Fühle mich betrogen"

Hat sich seinen Start am neuen Standort in Hittfeld anders vorgestellt: Peter Eick
 
"Vorwürfe sind unbegründet": WLH-Geschäftsführer Wilfried Seyer (Foto: Hauke Gilbert)
Firmeninhaber Peter Eick erhebt Vorwürfe gegen die WLH / Seyer "Vorwürfe sind unbegründet"

kb. Seevetal/Landkreis.
Ich kann das nicht auf mir sitzen lassen." Peter Eick, Inhaber der Firma Alfred Neumann Holzimport, ist sauer. Und findet klare Wort. "Im Grunde fühle ich mich betrogen", sagt er. Adressat seines Unmuts ist die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH). Die erschließt derzeit das Gewerbegebiet Bosteler Feld in Hittfeld, wo Peter Eick für rund fünf Millionen Euro seinen neuen Firmensitz baut. Auslöser für den Ärger ist die Zuwegung zum Baugelände.
Peter Eick unterschrieb im Sommer letzten Jahres den Kaufvertrag für die 10.000 Quadratmeter große Gewerbefläche in Hittfeld. Noch am selben Tag verkaufte er das Grundstück in Hamburg-Wilhelmsburg, auf dem sich der Firmensitz derzeit befindet. "Damit stand fest, dass wir spätestens im Juni 2018 in Hamburg raus müssen", erklärt Eick. Um den zeitlichen Spagat zu schaffen, habe er mit der WLH vereinbart, rechtzeitig eine Zuwegung zum Gelände zu erhalten, um Ende April dieses Jahres mit den Bauarbeiten beginnen zu können. "Dafür vorgesehen war die noch unfertige Erschließungsstraße", sagt Peter Eick. Doch dann habe die WLH die Pläne geändert und sein Unternehmen habe diesen Weg nicht nutzen können. Eine angedachte Alternative von der Karoxbosteler Chaussee aus ließ sich nicht realisieren, weil nach Absprache zwischen WLH und Gemeinde Seevetal die Erschließung ausschließlich aus Richtung des bereits vorhandenen Gewerbegebietes erfolgen sollte.
Deshalb einigten sich Eick und die WLH im Juni dieses Jahres darauf, dass eine separate Baustraße für das Unternehmen hergestellt wird, an deren Kosten sich Peter Eick mit 20.000 Euro beteiligt. In der Vereinbarung heißt es wörtlich: "Zur Erreichbarkeit des Baugrundstücks für Hochbaumaßnahmen [...] erstellt die WLH GmbH für die Firma Alfred Neumann eine Baustraße".
Wie vereinbart wurde die Zuwegung erstellt, die Bauarbeiten am neuen Firmensitz konnten Ende Juni beginnen. "Doch die Straße wurde keinesfalls nur von uns benutzt, sondern zeitweise auch von allen anderen Gewerken und Firmen, weil die eigentliche Baustraße nicht befahrbar war. Unsere Straße war schlicht die einzige Möglichkeit, um auf das Baufeld zu kommen", erklärt Eick. Er ließ sich seinen Eindruck schriftlich von der Firma August Ernst aus Hamburg bestätigen, die ebenfalls am Bosteler Feld tätig ist. "Mir wurde gesagt, wenn ich diese Rechnung bezahle, bin ich blöd", so Peter Eick. Vereinbart gewesen sei, dass die Straße extra für die Firma Neumann gebaut werde, es sei nie die Rede davon gewesen, dass die Zuwegung von allen genutzt wird.
Wilfried Seyer, Geschäftsführer der WLH, sieht das anders. "Die finanzielle Beteiligung der Firma Neumann deckt die Kosten der zweiten Baustraße bei Weitem nicht. Es wurde kein Ausschließlichkeitsanspruch für das Unternehmen vereinbart", so Seyer. Die Vorwürfe von Peter Eick seien unbegründet und unverständlich. "Wir haben im guten Einvernehmen aller Beteiligten eine praktikable Lösung gefunden, die einen sehr frühzeitigen Beginn der Bauarbeiten für die Firma Neumann ermöglicht hat", sagt Seyer. Dass die Extra-Straße zeitweise elementar wichtig für das gesamte Baugebiet war, dementiert er: "Die Baustraße war für die Erschließung des Baugebietes zu keiner Zeit erforderlich und wurde nur eingerichtet, um den Interessen der Firma Neumann entgegen zu kommen."
Peter Eick bedauert, dass die WLH nicht das Gespräch gesucht hat, nachdem er die Rechnung mit dem Hinweis auf die allgemeine Nutzung der Baustraße zurückwies. "Da hätte Herr Seyer sich eigentlich melden müssen", so Eick. Das sieht Seyer anders: "Ein solches Vorgehen ist nicht als Gesprächsangebot zu werten." Inzwischen liegt der Streit bei den Anwälten. Die WLH lässt sich dabei von ihrem eigenen Aufsichtsratsvorsitzenden Rechtsanwalt Manfred Cohrs vertreten.