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Für ihn zählte das "Wir": Ewald Sponagel-Becker ist gestorben

Ewald Sponagel-Becker (87 †) (Foto: Michael Tschauder)
kb. Hittfeld. Für ihn zählte vor allem das „Wir“, sein Heimatort Hittfeld lag ihm ganz besonders am Herzen, er wollte Zeit seines Lebens die Geschichte des Ortes bewahren, aber auch dessen Zukunft mitgestalten: Am vergangenen Freitag ist Ewald Sponagel-Becker im Alter von 87 Jahren zu Hause im Kreise seiner Familie friedlich gestorben.
Ewald Sponagel-Becker war gebürtiger Hittfelder, seine Familie führt seit vielen Generationen das Gasthaus „Zur Linde“. Als gelernter Landwirt übernahm er 1967 den elterlichen Betrieb. Schon damals war ihm wichtig, etwas für die Gemeinschaft zu tun und sich mit anderen auszutauschen. Ewald Sponagel-Becker gründete den Gewerbeverein Hittfeld mit, ebenso den örtlichen Heimatverein. Er hob das Dorffest Hittfeld mit aus der Taufe und war acht Jahre lang Vorsitzender des Schützenvereins Hittfeld. Neben vielen weiteren Vereinen war er u.a. Mitglied in der Feuerwehr, beim KKS Hittfeld, dem Schützenverein Helmstorf, dem Hittfelder Kirchenvorstand und nicht zuletzt im Kegelclub „Polterbuben“. Von 1981 bis 1986 saß er im Ortsrat Hittfeld. Seine Idee war es auch, dass Überschüsse aus dem Dorffest zurück in den Ort fließen - eine Tradition, an der der Gewerbeverein noch heute festhält.
Ewald Sponagel-Becker war geprägt durch seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg, wo er als Jugendlicher in Kriegsgefangenschaft geriet. Die Lehre, die er aus dieser Zeit zog, war aber nicht in Verbitterung oder einem negativen Menschenbild zu finden. Im Gegenteil: Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Offenheit für Neues, Großzügigkeit, Zuversicht, Wissbegierde - das machte Ewald Sponagel-Becker aus. Er gab gern sein Wissen weiter. Erfahrungen - das wusste er - muss aber jeder selber machen.
Ein großer Schicksalsschlag für die Familie war der verheerende Brand 1988, bei dem nicht nur das Gasthaus vernichtet wurde, sondern Ewald Sponagel-Becker auch seine erste Frau verlor. Doch der Gedanke, die „Linde“ nicht wieder aufzubauen, kam ihm nie. Schon 1989 eröffnete das Gasthaus wieder, dessen Betrieb er 2006 mit seiner zweiten Frau Hella an Sohn Karsten übergab.
Wenn man Ewald Sponagel-Becker fragte, wie es ihm geht, antwortete er stets: „Ich bin zufrieden.“ Zeitung lesen gehörte zu seinem täglichen Pflichtprogramm. Ganz wichtig war für ihn auch, Zeit mit seiner Familie zu verbringen.
Und Ewald Sponagel-Becker setzt Zeichen über seinen Tod hinaus. Überall im Ort findet man Hinweise auf sein Wirken. Gemeinsam mit seiner Frau stiftete er z.B. die dritte Glocke für St. Mauritius und nur wenige Tage vor seinem Tod beschloss er, ein Fenster für die Friedhofskapelle in Hittfeld gestalten zu lassen.
Ewald Sponagel-Becker hinterlässt Ehefrau Hella, die Kinder Peter, Karsten, Hannes und Maren sowie zehn Enkelkinder. Die Trauerfeier findet am kommenden Dienstag in der Friedhofskapelle in Hittfeld statt.