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"Haben damals Neuland betreten": Tagesstätte Huckfeld feiert 20-jähriges Bestehen

Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich an den individuellen Fähigkeiten der Menschen ausrichten, bietet die Tagesstätte Huckfeld (Foto: Haus Huckfeld / fördern und wohnen)
kb. Hittfeld. Dieses Angebot ist einmalig in Niedersachsen: Seit 20 Jahren bietet die Tagesstätte Huckfeld in Hittfeld Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, eine Behindertenwerkstatt zu besuchen, vielfältige Möglichkeiten zur Beschäftigung und zur Förderung. "Wir haben vor 20 Jahren echtes Neuland betreten", erinnert sich Mechthild Stevens, Bereichsleiterin im Haus Huckfeld. Ein ähnliches Angebot gab es zuvor nicht. "Den Menschen fehlte eine Tagesstruktur, eine Aufgabe", so Stevens.
Gestartet mit elf Klienten und zwei Mitarbeitern, werden aktuell 24 Menschen in der Tagesstätte von einem multiprofessionellen Fachteam betreut. Für die Menschen mit schweren geistigen und mehrfachen Behinderungen werden individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten ausgesucht und Arbeitsplätze eingerichtet, sie können künstlerisch tätig werden, verschiedene Dinge produzieren, kleine Dienstleistungen erledigen und das auch außerhalb der Tagesstätte. "Unsere Klienten wollen Sinnvolles leisten und in dem gesehen werden, was sie können - und nicht in dem, was sie nicht können", sagt Mechthild Stevens.
Um den Klienten mit hohem Hilfebedarf eine Beschäftigung zu ermöglichen, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. "Teilweise geht es darum, zu schauen, wie wir Produktionsprozesse wie z.B. das Herstellen einer Postkarte in ganz kleine Schritte unterteilen können, so dass sich auch Menschen mit einem hohen Behinderungsgrad daran beteiligen können", erklärt Teamleiterin Ida Schonebeck. Oder es werden Nischenarbeitsplätze gesucht. "In Kooperation mit dem Verein Wassermühle Karoxbostel fegen unsere Klienten beispielsweise den langen Bürgersteig entlang des Mühlengeländes - für andere ist das eher langweilig, aber unseren Klienten macht es riesigen Spaß", berichtet Mechthild Stevens. Bei jedem Klienten stehen immer die individuellen Fähigkeiten im Fokus. Stetig gewachsen ist der Gedanke, den Klienten auch außerhalb der Tagesstätte Beschäftigungsmöglichkeiten zu erschließen.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Tagesstätte permanent weiterentwickelt, die Nachfrage ist immer weiter gewachsen. Weil das Haus Huckfeld sich zwar auf niedersächsischem Gebiet befindet, als Einrichtung aber zur Hansestadt Hamburg gehört, ist das Konzept der Tagesstätte in Niedersachsen tatsächlich einmalig.
In Seevetal ist die Tagesstätte inzwischen nicht mehr wegzudenken. Die Tanzgruppe "Locavida", die Theatergruppe "Kellerkünstler" oder die Künstlergruppe "Farbwelten Atelier Huckfeld" sind durch Auftritte und Aktionen in der ganzen Gemeinde bekannt, Kooperationen mit Vereinen, Kindertagesstätten und den Kirchen führen dazu, dass es regelmäßig zu Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung kommt und damit auch immer wieder Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden.
• Wer sich ein eigenes Bild von der Tagesstätte (Bahnhofstr. 24) machen will, ist dazu herzlich am Freitag, 11. November, von 14 bis 18 Uhr eingeladen. Dann feiert die Tagesstätte ihren 20. Geburtstag. Die Besucher können die verschiedenen Bildungs- und Arbeitsangebote kennenlernen, außerdem eröffnet das "Atelier Farbwelten" seine neue Ausstellung "Farbe: Mein Glücksbringer" und es gibt Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Für Musik sorgt die Band "Schoolrocker" von der Förderschule An Boerns Soll in Buchholz.