Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kaputter Geldschein: Busfahrer ließ Kinder im Regen stehen

Weil diese kleine Ecke fehlte, ließ der Busfahrer deíe Kinder im Regen stehen
kb. Fleestedt. Der öffentliche Personennahverkehr ist praktisch, umweltschonend und bringt die Menschen sicher von A nach B. Wenn man denn mitfahren darf. Emilie (9) und Celine (12) aus Fleestedt wurde dieser Service vor Kurzem nicht zuteil. Sie wurden im strömenden Regen stehen gelassen - weil am 5-Euro-Schein eine kleine Ecke fehlte.
Wie jeden Mittwoch wollten die Mädchen mit der Buslinie 14 zum Reitunterricht fahren. "Ich habe den Kindern 5 Euro für die Fahrkarte in die Hand gedrückt", erzählt ihre Mutter Yvonne Naudieth. "Dass der ein bisschen kaputt war, habe ich gar nicht gesehen." Nichts Böses ahnend stiegen Emilie und Celine in den Bus und wollten zahlen. Und wurden abgewiesen. "Ich kann Euch nicht mitnehmen", habe der Busfahrer gesagt. Und die Begründung gleich mitgeliefert: "Den Schein nehmen mir die Leute als Wechelsgeld nicht ab." Celine versuchte noch zu erklären, wie wichtig es für sie sei, den Reittermin wahrzunehmen. Vergeblich. Die Schwestern mussten wieder aussteigen, der Bus fuhr ohne sie ab.
"Als die Kinder völlig durchnässt bei mir im Laden standen und die Geschichte erzählten, wollte ich das erst gar nicht glauben", erzählt Yvonne Naudieth. Die Friseurin nahm sofort den leicht demolierten Schein und steckte ihn unter die Kasse. Abends rief sie dann beim HVV an. "Der Servicemitarbeiter sagte mir, dass der Busfahrer die Mädchen eigentlich hätte mitnehmen müssen", so die Mutter. Man wolle sich erkundigen und sich noch einmal melden.
Dann passierte erst einmal nichts, bis sich der HVV nach erneuter Rückfrage doch noch meldete. "Ein sehr unfreundlicher Mann erklärte mir, der Busfahrer habe gesagt, dass der Schein nur noch zu einem Drittel vorhanden gewesen sei", so Yvonne Naudieth. Als sie darauf hinwies, dass sie die Banknote noch habe und nur eine kleine Ecke fehle, bekam sie zu hören: "Den können Sie ja ausgetauscht haben."
Das brachte das Fass zum Überlaufen. "Es ist ja eine Sache, dass die Kinder nicht mitgenommen wurden, aber dass ich jetzt auch noch der Lüge bezichtigt werde, ist einfach unmöglich", findet Yvonne Naudieth. Sie hätte zumindest eine Entschuldigung erwartet. Celine und Emilie hatten an jenem Mittwoch übrigens noch Glück - eine nette Kollegin ihrer Mutter fuhr sie zum Reitunterricht.
• Beschädigte Banknoten können bei der Bundesbank gratis umgetauscht werden. Voraussetzung ist, dass mehr als 50 Prozent des Geldscheins übrig sind und der Schein nicht absichtlich beschädigt wurde. Zur Not kann der Schein auch in kleinen Einzelteilen eingereicht werden - wenn er z.B. aus Versehen im Reißwolf gelandet ist. Leicht beschädigte Scheine tauschen meist auch die Banken vor Ort aus.