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„Man muss brennen“

Gartenarbeit war nichts für ihn. Werner Görlich ist seit fast 20 Jahren im Einsatz für gesunde Lebensverhältnisse

Werner Görlich setzt sich seit 18 Jahren für Lärmschutz und die Umwelt ein

mi. Ohlendorf. „Der Einsatz für die Menschen in meiner Heimat erfüllt mich mit tiefer Befriedigung“, sagt Werner Görlich (78) aus Ohlendorf (Seevetal). Er setzt sich seit 18 Jahren als Vorsitzender des „Verein zur Erhaltung gesunden Lebensraumes“ für den Schutz der Bevölkerung in Ohlendorf und Holtorfsloh vor Lärm und Landschaftszerstörung ein.
Als Werner Görlich wegen eines Herzleidens seine Stelle als Verkaufsleiter bei der Firma Still-Gabelstapler aufgeben musste, war das für ihn ein Schock. Über 40 Jahre war er im Unternehmen, hatte sich aus der Buchhaltung zum Verkaufschef für den Vertrieb in Deutschland hochgearbeitet. Der unfreiwillige Pensionär überlegte, was er mit der vielen Zeit anfangen sollte. Garten, Kochen oder Politik standen zur Debatte. Es wurde die Politik. 1995 gründete er gemeinsam mit 27 Bürgern den „Verein zur Erhaltung gesunden Lebensraumes“.
„Rede nicht von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast“ - diese Maxime begleitet ihn seit dem Berufsleben. Werner Görlich ist kein Polemiker. Gut vorbereitet und immer an einem Kompromiss interessiert, wird der Pensionär schnell zum ernst genommenen Besucher von Orts- und Gemeinderatssitzungen. Er reist nach Berlin und Hannover, um dort mit Politikern und Behörden zu diskutieren. In eine Partei einzutreten kam für ihn aber nie Frage. „Ich will das sagen können, was ich denke und nicht, was die Partei meint“, so Werner Görlich.
Gemeinsam mit seinen Mitstreitern erreichte er so die Errichtung einer Umgehungsstrecke für Kieslaster, verhinderte den Bau der Y-Trasse im Bereich Ohlendorf, setzte Lärmschutz an der A7 durch. Um nur einiges zu nennen.
Als er 2008 die Diagnose „Parkinson“ erhält, steht für ihn fest: „Ich mache weiter, so lange es geht“. Schließlich gibt es noch viel zu tun für den Verein. Da ist zum Beispiel der Bau einer Entlastungstrasse, damit die Lkw des Salatriesen Behr nicht mehr durch Ohlendorf fahren müssen. „Erst wenn ich das geschafft habe, setze ich mich zur Ruhe“, sagt Werner Görlich.
Nach wie vor ist er mit Haut und Haaren für seine Projekte da. Oder wie er es formuliert: „Man muss brennen, um bei anderen Feuer zu entfachen.“
Und wer sorgt dafür, dass er nicht ausbrennt? „Meine Frau unterstützt mich, aber sie ist auch meine größte Kritikerin, die mich auch ab und an mal bremst“, sagt Werner Görlich. „Und dafür bin ich ihr sehr dankbar.“