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Mehr Bürokratie als Nutzen? Erlass der Landesregierung macht Umstrukturierung von Ganztagsschulen notwendig

Auch an der Grund- und Hauptschule Hittfeld wird eine Nachmittagsbetreuung angeboten. Für viele Eltern eine große Hilfe
kb. Seevetal. Niedersachsen will bis Ende 2017 260 Millionen Euro in den Ausbau der Ganztagsschulen investieren. Im Zuge dessen gilt seit August ein Erlass, der den Schulbetrieb (Landesaufgabe) und die Betreuung der Kinder (kommunale Aufgabe) strikter voneinander trennen soll. Was das für die Offenen Ganztagsschulen in Seevetal bedeutet, wurde gestern im Jugend-, Senioren- und Sozialausschuss vorgestellt.
Was zunächst gut klingt - mehr Geld für die Ganztagsschulen - bedeutet auf den zweiten Blick vor allem einiges an Bürokratie. "Es ist gar nicht so einfach zu trennen, wo noch Schulbetrieb herrscht und wo die Betreuung anfängt", sagt Manja Theuerkauff von der Abteilung für Familie und Soziales der Gemeinde Seevetal. Bisher hat die Gemeinde regelmäßig Personal für die nachmittägliche Betreuung zur Verfügung gestellt, künftig will das Land dort mehr Lehrkräfte einsetzen. Was die Gemeinde an Personal einspart, schießt sie dann aber an Geld dazu. "Wir können nicht sagen: Das ist Ländersache, da halten wir uns raus", so Theuerkauff. Ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinden funktioniere die Regelung nicht. Für die Betreuung am Freitagnachmittag ist die Gemeinde ohnehin allein zuständig, hier hält sich das Land vornehm zurück. "Die Familien brauchen aber auch freitags ein verlässliches Betreuungsangebot", sagt Manja Theuerkauff.
Wie viele Lehrerstunden an den Offenen Ganztagsschulen in Meckelfeld, Hittfeld, Ramelsloh und Maschen tatsächlich benötigt werden, soll bis Oktober geklärt werden. Der Bedarf errechnet sich aus den an der Offenen Ganztagsschule teilnehmenden Kindern und dem Betreuungsschlüssel. Der liegt in der Spät- und Freitagsbetreuung bei 1:10, in den übrigen Zeiten bei 1:20.
Bei der künftigen Organisation der Offenen Ganztagsschulen in Seevetal strebt die Verwaltung möglichst einheitliche Strukturen an. Eine Lösung muss bis zum Schuljahr 2015/16 auch hinsichtlich der Elternbeiträge gefunden werden, die laut der gesetzlichen Regelungen für eine Betreuung außerhalb des Schulbetriebs erhoben werden müssen.
Trotz einiger organisatorischer Veränderungen: Am Umfang der angebotenen Betreuung soll sich nichts ändern, so Manja Theuerkauff. Zu hoffen bleibt, dass das Land nicht nur vollmundige Versprechen in Sachen Ausbau der Ganztagsschulen macht, sondern auch rechtzeitig das nötige Personal zur Verfügung stellt.