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Teurer Sprit wirkt sich auf den Blumenklau aus

bim. Rade. Auf einer rund 2.000 Quadratmeter großen Fläche an der B3 blühen Sonnenblumen, Dahlien, Gladiolen und Sommerblumen wie Löwenmäulchen oder Sonnenhut. Diese können von Besuchern gepflückt werden, allerdings gegen Bezahlung. Denn die Blumen sind ein Geschäftsfeld der Familie Bartels aus Wennerstorf. Doch die Zahlungsbereitschaft der Blumenfreunde hat sich verschlechtert, immer häufiger setzt sich die kostenlose Selbstbedienungsmentalität durch.
"Früher waren die Leute ehrlicher", sagt Heiner Bartels, der seit über 20 Jahren Blumen an der B3 bei Rade anbietet. Seit der Einführung des Euro seien immer weniger Blumenfeunde bereit, das geforderte Geld - z.B. 60 Cent pro Gladiole, 30 Cent pro Dahlie oder nach Straußgröße - in die dafür bereitgestellen Kassen zu werfen. "Auch wenn der Sprit teurer wird, bekommen wir das sofort indirekt durch vermehrten Blumenklau zu spüren", hat Bartels festgestellt. Der Verlust ließe sich zwar nicht in Euro beziffern. Heiner Bartels schätzt aber, dass 20 bis 25 Prozent der Blumen geklaut werden.
An der B3 ist die Blumenfläche neben der Kürbis-Pyramide durch ein Verkaufshäuschen zumindest tagsüber bewacht. Anders sieht das auf Bartels' weiteren Blumenfeldern in Elstorf, Tötensen, Hittfeld, Hollenstedt, Buchholz und Ovelgönne aus.
Was ihn aber besonders ärgert, sind die Kassen-Aufbrüche und -Diebstähle. "Die hatten wir mehrfach. Die Diebe machten sich mit dem Wagenheber daran zu schaffen oder versuchten, die Eisenstäbe abzuflexen. Daher haben wir jetzt ein sichereres System entwickelt", erklärt der Landwirt die inzwischen an manchen Flächen einbetonierten Kassen.
Zweimal gelang es Familie Bartels und ihren Mitarbeitern, Kassendiebe zu fassen. Was den Blumenklau angeht, bekamen sie kürzlich Unterstützung von einem Fernsehteam. Das hatte sich in der Nähe des Feldes in Hittfeld versteckt und sprach ertappte Blumendiebe auf ihr Vergehen an. "Das fand ich witzig, das wird den einen oder anderen vom Klauen abhalten", schmunzelt Heiner Bartels.