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Auf dem Löschschlepper "Bützfleth" im Kampf auf dem Wasser gegen das Feuer

Murat Solak (li.) und Fabian Hatzky von der Brandbekämpfungseinheit bedienen den mobilen Wasserwerfer
 
Die "Bützfleth" liegt im Bützflether Hafen
lt. Bützfleth. Kein Blaulicht, kein "Tatü-Tata", keine quietschenden Reifen, wenn die Mannschaft am Einsatzort eintrifft. Stattdessen ertönt das gleichmäßige Tuckern der beiden 870 PS Deutz-Motoren und das Elbwasser plätschert am Bug, wenn der Feuerlöschschlepper "Bützfleth" zu einem Einsatz ausrückt.
An Bord des gut 26 Meter langen und knapp neun Meter breiten Schiffes befinden sich Feuerwehrleute der neu aufgestellten Brandbekämpfungseinheit (BBE) aus Bützfleth und Stade, die speziell für die Schiffsbrandbekämpfung und Hilfeleistungen auf Schiffen ausgebildet sind und ständig weiter geschult werden.
"Unsere Arbeit auf See läuft ganz anders ab als an Land", sagt Erwin Bube von der Feuerwehr Bützfleth. Auf die eigene Sicherheit muss an Bord noch mehr geachtet werden als auf festem Boden. Außerdem tragen alle Einsatzkräfte eine rund 18 Kilo schwere Atemschutzausrüstung. Auch hitzeabstrahlende Schwimmwesten, die für deutlich mehr Gewicht als üblich ausgelegt sind, gehören dazu.
Rund 20 Minuten dauert es, bis die "Bützfleth" nach der Alarmierung aus dem Hafen ausläuft. Der Schlepper ist rund um die Uhr besetzt. Ständig sind ein Kapitän und ein Maschinist an Bord, die sich im Schichtbetrieb abwechseln. Angestellt sind sie bei der Reederei Elbclearing mit Sitz im Bützflether Hafen. Geschäftsführer Marcus P. E. Schlichting ist ebenfalls Mitglied der Bützflether Feuerwehr.
Die Einsätze der "Bützfleth" seit der Indienststellung 1978 lassen sich an zwei Händen abzählen. "Aber wenn wir gerufen werden, handelt es sich meist um langwierige und sehr gefährliche Löschaktionen", sagt Bube. So wie beim ersten großen Einsatz am 23. Dezember 1981. Damals brach nach einer Kollision mit einem Motorschiff ein Brand auf einem Küstenmotorschiff aus. Bei starkem Eisgang und minus zehn Grad war die Mannschaft bis zum Morgen im Einsatz, um das Schiff erst in den Bützflether Hafen zu schleppen und dann das Feuer zu löschen.
Einen mysteriösen Einsatz gab es Ende April 1994. Ein in Jamaica beheimateter Kutter brannte nachts auf der Elbe, zehn Meter hoch schlugen die Flammen. Die "Bützfleth" schleppte den Kutter ab, nachdem die Löscharbeiten weitgehend abgeschlossen waren. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Nachmittag.
Das Schiffsunglück stellte sich später als kapitaler Versicherungsbetrug durch Brandstiftung heraus, bei dem Eigner und Familienmitglieder ihr Leben riskierten. Der Eigner, Betreiber einer Tauchschule, wurde verhaftet. Auch dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehrleute auf dem Löschschlepper wurde das Feuer gelöscht, bevor alle Beweise vernichtet waren.
Zur Ausrüstung der "Bützfleth", die auch für Schleppdienste im Bützflether Hafen eingesetzt wird und regelmäßig das Hafenbecken vom Schlick befreit, gehören u.a. ein 25 Kubikmeter großer Schaumtank, zwei ferngelenkte Wasserwerfer, von denen einer auf mehr als 20 Meter ausgefahren werden kann und eine stationäre Gasspüreinrichtung.
Die insgesamt 48 Einsatzkräfte der Brandbekämpfungseinheit nehmen regelmäßig an Schulungen teil, bei denen sie u.a. auch maritime Phrasen und Ausdrücke auf Englisch lernen. Im Sommer finden mehrere Übungen auf der "Bützfleth" statt. Verhalten im Wasser und Schutz gegen Unterkühlung werden im Freibad Bützfleth geprobt. Koordiniert wird die Ausbildung von Klaus-Johannes Hartlef.
In 2014 sollen neben den Feuerwehren aus Bützfleth, Bützflethermoor und Stade auch die Ortsfeuerwehren Wiepenkathen und Hagen in die Brandbekämpfung auf der "Bützfleth" eingebunden werden.