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Platzt die Aldi-Ansiedlung?

Lehnen einen Verkauf des Geländes ab: Regina Krause und Matthias Friedrich
thl. Stelle. Er hat eine Größe von rund 17.000 Quadratmetern, liegt südlich des Bardenweges und spielt eine wichtige Rolle für die Gemeinde Stelle in Sachen Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers im Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd: Der Platz des Polizeihundsportvereins. Dieser kleine "Flecken" kann die Ansiedlungspläne zum Platzen bringen und der Gemeinde Millionen an Steuereinahmen kosten. Denn: Der Verein will sein Areal gar nicht verkaufen. "Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass die Gemeinde unser Grundstück für das Gewerbegebiet benötigt. Daraufhin haben wir Bürgermeister Uwe Sievers gleiche eine klare Absage erteilt", sagen Vereinsvorsitzende Regina Krause und ihr Schriftführer Matthias Friedrich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
"Wir haben Verständnis für die Ortsplanungen der Gemeinde Stelle. Aber das Grundeigentum, die Anlagen und das Gebäude des Polizeihund-Sportvereins sind unverkäuflich. Ausgleichsflächen und Entschädigungen sind für uns nicht vorstellbar." Klar und deutlich ist die Absage, die Vereinsvorsitzende Regina Krause mit Datum 12. Mai an Bürgermeister Uwe Sievers geschickt hat. Drei Sätze mit Brisanz. Denn: Die ablehnende Haltung des rund 500 Mitglieder starken Vereins, der Grundeigentümer des Areals ist, kann die geplante Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers im neuen Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd zum Platzen bringen. Verwunderlich: Bis heute hat Uwe Sievers nicht auf das Schreiben des Polizeihund-Sportvereins reagiert. "Es wurden weder Gespräche mit uns aufgenommen, noch wurde uns überhaupt jemals ein Kaufangebot unterbreitet", so Regina Krause.
Überhaupt gibt das Verhalten der Gemeinde Stelle Rätsel auf. Kurzer Rückblick: Am 3. April fragte das WOCHENBLATT bei der Gemeinde Stelle telefonisch wegen der Aldi-Ansiedlung nach. Dieser Bericht erschien am 5. April. Am gleichen Tag bekam Krause ein Schreiben der Gemeinde mit Datum vom 4. April, in dem angekündigt wurde, dass man Verkaufsgespräche mit dem Verein führen wolle. "Als ich den Brief bekam, hatte ich allerdings schon den WOCHENBLATT-Artikel gelesen und war völlig von den Socken", so Regina Krause. Es folgten das Absage-Schreibens des Verein am 12. Mai sowie die kurzfristig uns eiligst einberufenen Sitzungen des Finanz- und des Verwaltungsausschusses sowie des Gemeinderates am 26. Mai, in denen sich die Verwaltung eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 7,2 Millionen Euro für den Ankauf von Grundstücken geben ließ. "Dabei, und bei der Kalkulation der Summe in Höhe von 12,5 Millionen Euro für den Haushalt 2015 für den Flächenkauf in Fachenfelde-Süd, dürfte die Gemeinde gegenüber dem Rat sicherlich nicht erwähnt haben, dass unser Vereinsgelände unverkäuflich ist", sagt Matthias Friedrich, Schriftführer des Polizeihund-Sportvereins.
Wie es nun weitergeht, wisse man nicht, so die beiden Vorstandsmitglieder. Derzeit hänge man im luftleeren Raum. Man wolle die Sache aber auf sich zukommen lassen, da die Gemeinde nun im Zugzwang sei. "Falls es aber erforderlich sein wird, scheuen wir uns nicht, den Rechtsweg zu beschreiten", unterstreichen die beiden nochmals die Haltung des Vereins.